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Berlin
Imam steht wegen Werbung für IS vor Gericht

Berlin: Imam Gadzhimurad K. steht wegen Werbung für IS vor Gericht
Der Angeklagte Gadzhimurad K. (rehcts) steht beim Prozess wegen des Verdachts der Werbung für die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) vor dem Kammergericht in Berlin. FOTO: dpa, bvj kno
Berlin . In Berlin hat am Donnerstag der Prozess gegen einen mutmaßlich mit der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) sympathisierenden Imam begonnen. Der 30-jährige Gadzhimurad K. muss sich vor dem Ersten Strafsenat des Kammergerichts verantworten, weil er im Internet für den IS geworben haben soll. Zudem soll er Straftaten der Miliz öffentlich gebilligt haben.

K. soll laut Anklage im November 2014 ein Video mit dem Titel "Härte im Dschihad" im Internet hochgeladen haben. Darin habe der Angeklagte den IS und seine Taten gepriesen. K. soll ferner in Form einer Predigt für die Teilnahme am bewaffneten Kampf des IS geworben haben.

Im Mai 2015 gab K. laut Anklage unter einem Aliasnamen einem Onlinemagazin namens "Medusa" ein Interview. Darin soll er die Tötung eines gefangenen jordanischen Piloten sowie eines in Syrien entführten US-Journalisten mit religiösen Argumenten gerechtfertigt und gebilligt haben. Wegen dieser Vorwürfe wurde K. am 14. Oktober vergangenen Jahres festgenommen.

Die Ermittler verdächtigten K. zudem, "für islamistische Gruppierungen in Syrien hochwertiges Waffenzubehör wie Nachtsichtgeräte und Zielfernrohre beschafft" zu haben. Dieser Verdacht erhärtete sich offenbar nicht.

K. stammt aus der russischen Unruheregion Dagestan im Kaukasus und reiste im Jahr 2002 unerlaubt nach Deutschland ein. Nachdem sein Asylantrag abgelehnt wurde, tauchte er zeitweise unter. Derzeit wird K. geduldet, weil er nicht in sein Herkunftsland abgeschoben werden kann. Für den Prozess gegen K. sind bis zum Mai neun weitere Verhandlungstermine angesetzt.

Vor seiner Festnahme betätigte sich K. als Imam in einem Moscheeverein im zentral gelegenen Stadtteil Moabit, der den Ermittlungsbehörden auch als Treffpunkt der Berliner Salafistenszene gilt. Dort agierten auch der selbsternannte "Emir vom Wedding", Ismet D., und dessen Partner Emin F., die beide seit Januar in Berlin vor Gericht stehen. Ihnen wird vorgeworfen, eine ausländische terroristische Organisation unterstüzt zu haben.

sh/cfm

AFP

(felt/AFP)
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