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Berlin-Neukölln
Geraubte 100-Kilo-Goldmünze vermutlich verkauft

Berlin-Neukölln: Geraubte 100-Kilo-Goldmünze möglicherweise zerstört
Die Münze stand in einer Glasvitrine im Berliner Bode-Museum. FOTO: dpa, mm tba tig jhe
Berlin. Dreieinhalb Monate nach dem Diebstahl einer zentnerschweren Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum hat die Polizei bei einem Großeinsatz vier Menschen festgenommen.

Die gestohlene, riesige Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum ist vermutlich verkauft und möglicherweise zerstört worden. "Wir gehen davon aus, dass die Münze in Teilen oder ganz veräußert wurde", sagte Carsten Pfohl vom Berliner Landeskriminalamt am Mittwoch.

Die Ermittler gehen demnach nicht davon aus, noch Bestandteile der Münze zu finden. "Meine Hoffnung, dass wir die Münze auch nur in Teilen finden, ist leider relativ gering", sagte der Ermittler. Gehofft werde aber, noch Goldabrieb an Kleidung oder Autos nachweisen zu können.

Vier Täter festgenommen

Im Fall des mutmaßlich aufgeklärten Diebstahls einer hundert Kilogramm schweren Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum gehen die Ermittler von 13 Tatverdächtigen aus. Vier von diesen seien bei einer Razzia in Neukölln am Mittwoch festgenommen worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Alle vier seien Heranwachsende im Alter zwischen 18 und 20 Jahren. Sie gehörten zu einem großen Clan mit arabischen Wurzeln.

Diebe hatten im März eine zwei Zentner schwere kanadische Goldmünze mit dem Bild von Königin Elizabeth II. aus dem Museum gestohlen. Allein das Material - reinstes Gold - ist geschätzt etwa 3,7 Millionen Euro wert. Wegen der Schwere der Münze ging die Polizei von mehreren Tätern aus.

Die Polizei veröffentliche Anfang Juli Bilder aus Überwachungskameras, um den Tätern auf die Spur zu kommen. Das Video zeigte drei schwarz gekleidete Personen, die ihre Gesichter unter Kapuzen, hinter Kragen und ihren Händen verbergen.

Razzia in Neukölln

Am Mittwochmorgen war die Polizei noch in den Wohnungen der Verdächtigen im Einsatz. Die beiden Verdächtigen wurden jeweils in den Neuköllner Straßen Mittelweg und Thomasstraße festgenommen. Neben Neukölln war die Polizei am Morgen auch noch an deren Orten in der Stadt im Einsatz. Nähere Angaben wollte sie dazu nicht machen.

Das gestohlene Goldstück namens "Big Maple Leaf", 2007 in nur fünf Exemplaren von der Königlichen Kanadischen Münze geprägt, war die Leihgabe eines Privatmanns an das Bode-Museum. Die Polizei ging damals davon aus, dass die Diebe die Münze einschmelzen und in kleineren Portionen zu Geld machen wollen.

Im Bode-Museum, das zum Weltkulturerbe Museumsinsel gehört, waren nach dem Diebstahl die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt worden. Die Täter waren am frühen Morgen über die direkt an dem Museum vorbeiführende S-Bahntrasse in das Gebäude eingestiegen. Eine Leiter und eine Schubkarre ließen sie in der Nähe stehen.

(felt/dpa/afp)
 
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