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Besitzer sucht Zeugen bei Facebook
Polizist erschießt Hund: "Fühlte mich bedroht"

Berlin: Polizist erschießt Hund - Besitzer sucht Zeugen bei Facebook
Hund Danti war ein Rhodesian Ridgeback, ähnlich dem auf diesem Foto. Hunde dieser Rasse stehen nicht auf der Liste der Kampfhunde. FOTO: Shutterstock.com/otsphoto
Berlin. Am Montag hat ein Polizist in Berlin einen Hund erschossen. Das Tier sei nicht angeleint gewesen und sei auf ihn zugerannt. Dadurch habe er sich bedroht gefühlt, so die Erklärung des Polizisten. Der Hundehalter veröffentlichte bei Facebook seine Darstellung des Vorfalls. Er sagt, der Polizist sei überfordert gewesen. Von Laura Sandgathe

Der Hund, der laut Halter Marc Siemers Danti hieß, wurde am Montagnachmittag im Volkspark Humboldthain im Ortsteil Gesundbrunnen in Berlin von einem Polizisten erschossen, berichtet die "Berliner Morgenpost". Dort heißt es, zwei Beamte hätten zuvor Danti und einen weiteren Hund frei im Park herumlaufen sehen und den Mann, der mit ihnen unterwegs war, aufgefordert, beide Tiere an die Leine zu nehmen.

Einer der Hunde sei daraufhin angeleint worden – der andere, der Rhodesian Ridgeback Danti, soll dagegen auf den Polizisten zugerannt sein. Dieser habe sich daraufhin bedroht gefühlt und auf den Hund geschossen. Dabei wurde der Hund getötet, so die "Berliner Morgenpost". 

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Auf Facebook hat sich nun Marc Siemers, der Halter des Hundes, zu Wort gemeldet. Es sei ihm ein Anliegen, seine Sicht der Dinge darzulegen, schreibt er. Er war selbst nicht dabei, als sein Hund Danti erschossen wurde. Siemens habe den Hund jeden Morgen, wenn er zur Arbeit ging, zu einem Hundesitter gebracht. Dieser sei am Montag mit dem Tier und einem weiteren Hund in den Volkspark gegangen. 

Marc Siemers bestätigt, dass der Hundesitter die beiden Hunde von der Leine gelassen habe. Sie seien zu einer Wasserstelle gerannt, um sich zu erfrischen. Dies habe ein Polizist gesehen und habe "sofort losgeschrien", dass die beiden Hunde wieder angeleint werden müssten, so Siemers. Doch dann habe der Polizist dem Hundesitter nicht die Zeit gelassen, beide Tiere wieder anzuleinen: "Diese Möglichkeit bot der Beamte meinem Freund allerdings nicht. Eine Sekunde später war mein Danti tot. Hingerichtet, aus 25 Metern, von einem sogenannten 'Ordnungshüter'", schreibt er bei Facebook.

### BITTE TEILEN#### LIEBEVOLLER HUND ERSCHOSSEN #Mein Hund "Danti" wurde gestern (10.08.2015) von einem...

Posted by Marc Siemers on  Dienstag, 11. August 2015


Der Hund, der von dem Polizisten getötet wurde, war ein Rhodesian Ridgeback. Die Rasse stammt aus Afrika und wird oft zur Jagd eingesetzt. Rhodesian Ridgebacks werden aber auch als Familienhunde gehalten. Rüden werden bis zu 69 Zentimeter hoch (Widerristhöhe) und über 30 Kilo schwer. Sie haben einen muskulösen, kräftigen Körperbau, gelten aber von ihrem Wesen her nicht als aggressiv und stehen nicht auf der Liste der Kampfhunde.

Danti war ein fünf Jahre alter Rüde. Von seinem Besitzer wird er als "liebevoll" und "verkuschelt" beschrieben. Er habe zwei Hundeschulen besucht und gut auf Befehle reagiert. Zu seinem Post hat Marc Siemers ein Video gestellt, das zeigt, wie der Hund am Strand herumtollt. 

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Mit seinem Post bei Facebook will Siemers nicht nur seine Sicht der Dinge darstellen, sondern auch Zeugen finden, wie er schreibt. Er möchte, dass der Polizist, der den Hund erschossen hat, "nicht ungeschoren davon kommt". Der Facebook-Post wurde in weniger als 24 Stunden bereits 28.875 Mal geteilt.

Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen wegen "Sachbeschädigung und Verstoß gegen das Tierschutzgesetz", schreibt die Berliner Morgenpost. Vor Gericht gelten Hunde als Gegenstände, deshalb wird wegen Sachbeschädigung ermittelt.

(lsa)
 
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