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Am Jahrestag der Pogromnacht
Berliner Neonazis veröffentlichen Liste jüdischer Geschäfte

Berlin. Berliner Rechtsextreme haben am Jahrestag der Reichspogromnacht im Internet eine Liste mit jüdischen Geschäften und Einrichtungen veröffentlicht. Grünen-Politiker Volker Beck spricht von einem "Angriff auf uns alle".

Der "Tagesspiegel" hatte am Mittwoch berichtet, dass die Berliner Neonazi-Gruppe auf ihrer Facebookseite eine Karte von Berlin veröffentlicht hatte, die – in Frakturschrift – überschrieben ist mit den Worten "Juden unter uns!". Auf der Karte aufgelistet sind rund 70 jüdische Einrichtungen und Geschäfte in Berlin, darunter auch Kitas und Schulen.

Entdeckt hatte den Post laut der Zeitung die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus, die zusammen mit dem Grünen-Politiker Volker Beck alle aufgelisteten Einrichtungen darüber informiert habe. Beck nannte die Liste auf Twitter einen "Angriff auf uns alle".

Nicht nur Beck, sondern auch einige Nutzer hatten zudem den Post bei Facebook gemeldet. Allerdings ohne Erfolg.

Der Berliner Polizei ist die Veröffentlichung der Liste von jüdischen Geschäften bekannt, wie ein Sprecher unserer Redaktion bestätigte. Das Landeskriminalamt prüfe jetzt gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Berlin, ob ein strafrechtlicher Tatbestand vorliege.

In der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 war das Nazi-Regime gewaltsam gegen die in Deutschland lebenden Juden vorgegangen. Synagogen wurden niedergebrannt, Geschäfte und Wohnungen zerstört. Hunderte Menschen starben, in der Folge wurden tausende in Konzentrationslager deportiert.

(das)
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