Bischof Mixa: Beten, streiten, helfen
VON REINHOLD MICHELS - zuletzt aktualisiert: 26.07.2007 - 23:47Augsburg (RP). Eine frühabendliche Szene beim sommerlichen Presseempfang des Bischofs von Augsburg, Walter Mixa: Der 66-Jährige steht heiter gestimmt im schwarz-violetten Ornat auf einem Rasenstück im Innenhof des Augsburger Bischofs-Palais gegenüber dem Mariendom. Gerade als Mixa, der sich zu Jahresbeginn mit Bundesministerin Ursula von der Leyen (CDU) eine viel beachtete Auseinandersetzung um die richtige Unterstützung von Familien mit kleinen Kindern geliefert hat, den Streit noch einmal Revue passieren lässt, erklingt vom Dach der Gartenkapelle Angelus-Läuten. Mixa hält inne, lächelt verschmitzt und sagt dann seinen hundert verblüfften Gästen: „Dann beten wir eben jetzt den Engel des Herrn“.
Die, die Mixa seit langem kennen und nun erleben, wie er nach Gebet und Segen rednerisch sofort wieder Anschluss findet an sein Leib-und-Magen-Thema Familien-Unterstützung, wundern sich nicht über den spontanen Einschub. Der Geistliche ist in vielen Sätteln gerecht: Er kann fromm in sich gehen als inniger Beter, Small-Talk halten wie ein Conferencier, und streiten kann er als furchtloser Christenmensch, der kein Verständnis hat, wenn sich Christen in political correctness üben oder gar in der öffentlichen Debatte wegducken wie Angsthasen. Nach eigenen Angaben hat Mixa im Streit mit von der Leyen Anstoß dafür gegeben, dass über Ehe, Familie, Kindererziehung, familienfreundliche Arbeitswelt statt arbeitsfreundlicher Familienpolitik endlich intensiv diskutiert wird. Für seine These, dass Kleinkind-Erziehung zu Hause vom Staat so stark unterstützt werden sollte wie der Ausbau von Krippenplätzen, habe er in den vergangenen Monaten 80 Prozent Zustimmung erhalten.
Da Mixa nicht nur schön daherreden, sondern praktisch helfen möchte, hat er in seinem Bistum einen Drei-Millionen-Euro-Fonds zur Förderung junger, schwer vermittelbarer Arbeitsloser ins Leben gerufen.
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