Katastrophe in Nigeria: Bis zu 200 Tote bei Pipeline-Explosion
zuletzt aktualisiert: 13.05.2006 - 15:56Lagos (rpo). Bei einer verheerenden Explosion an einer Ölpipeline sind in Nigeria rund 200 Menschen ums Leben gekommen. Die Opfer sind bei lebendigem Leib verbrannt, als sie versuchten, aus einem Leck in der Leitung Öl aufzufangen.
Das teilte die Polizei am Freitag am Unglücksort nahe dem Fischerdorf Ilado mit. Dabei habe sich das Öl entzündet. Fischer aus der Gegend berichteten, sie hätten eine laute Explosion gehört. Etwa 100 Tote wurden bis zum Abend in einem Massengrab verscharrt, zahlreiche weitere Leichen lagen noch am Strand oder trieben auf dem Wasser.
Der Polizeichef von Lagos, Emmanuel Adebayo, sprach von 150 bis 200 Todesopfern. Nach Behördenangaben sollten alle in Massengräbern beerdigt werden. "Niemand kann sie erkennen, nicht einmal ihre Familienmitglieder können sie identifizieren", sagte ein Sprecher der regionalen Gesundheitsbehörde. Die Toten waren zum Teil bis auf die Knochen verbrannt. Die Leichen lagen weit um den Unglücksort verstreut. Offenbar waren einige Opfer schnell weggerannt, wurden aber von den Flammen eingeholt.
In den Mangroven-Sümpfen vor der Küste schwammen von der Hitze verformte Plastikkanister, in denen die Getöteten das Öl aufgefangen hatten. Warum das Öl Feuer fing, war zunächst unklar.
Arme Nigerianer schlagen oft Lecks in die Pipelines, um das Öl für den Eigengebrauch oder den Verkauf auf dem Schwarzmarkt abzuschöpfen. Im September 2004 kamen etwa 50 Menschen ums Leben, als Diebe ein Leck in eine Ölleitung schlugen und ein Feuer ausbrach. 1998 kamen bei einer Pipeline-Explosion sogar mehr als 1.000 Menschen ums Leben. Über die Pipelines wird das Rohöl zu Raffinerien gepumpt.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







