Urteil wegen Volksverhetzung: Bischof Williamson muss Geldstrafe zahlen
zuletzt aktualisiert: 16.04.2010 - 15:29Regensburg (RPO). Das Amtsgericht Regensburg hat den katholischen Bischof Richard Williamson am Freitag wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe in Höhe von 10.000 Euro verurteilt. Der zur erzkonservativen Piusbruderschaft gehörende Geistliche hatte in einem Interview den Holocaust geleugnet.
Das Amtsgericht Regensburg verurteilte den 70-Jährigen in seiner Abwesenheit am Freitag wegen Volksverhetzung. Williamson habe billigend in Kauf genommen, dass seine Äußerungen, die er bei einem Interview mit einem schwedischen Fernsehsender gemacht hatte, auch in Deutschland verbreitet würden. Er habe gewusst, dass er sich mit der Leugnung des Holocausts hierzulande strafbar mache.
Williamson hatte in dem Interview die Existenz von Gaskammern im Dritten Reich geleugnet. Das Gespräch wurde im November 2008 im bayerischen Zaitzkofen im Landkreis Regensburg aufgezeichnet, wo die Piusbruderschaft das Priesterseminar "Herz Jesu" betreibt. Dorthin war Williamson zu einer Priesterweihe gereist.
Wegen seiner Äußerungen zum Holocaust war Williamson bereits im Oktober 2009 per Strafbefehl zur Zahlung von 12.000 Euro aufgefordert worden. Dagegen hatte er Einspruch eingelegt, so dass es zu einem Prozess kam. Weil ihm die Piusbruderschaft einen öffentlichen Auftritt verbot, blieb er der von regem Medieninteresse begleiteten Verhandlung aber fern.
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