Iran-Rüstungsgeschäfte: BND-Spion in illegale Deals verwickelt
zuletzt aktualisiert: 12.10.2008 - 12:04Berlin (RPO). Wieder ein Debakel für den BND: Ein Top-Spion des Bundesnachrichtendienstes (BND) ist möglicherweise in illegale Rüstungsgeschäfte mit dem Iran verwickelt. Am vergangenen Sonntag nahmen Ermittler des Zollkriminalamts auf dem Flughafen Frankfurt einen 61-jährigen Iranischen Geschäftsmann fest, der in mehreren Fällen das iranische Raketenprogramm mit der Lieferung von Zubehörteilen unterstützt haben soll.
Dies berichtet der "Spiegel" in seiner jüngsten Ausgabe. Unter dem Decknamen "Sindbad" soll der Iraner seit mehr als einem Jahrzehnt für den BND gearbeitet haben.
Der Mann gilt dem Bericht zufolge als einer der wichtigsten Zuträger des des deutschen Auslandsgeheimdienstes. Seine Informationen seien in mehreren Fällen an Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) weitergeleitet worden. Wie der "Spiegel" berichtete, soll er unter anderem Details geheimer Lagerstätten und Papiere über den Fortschritt bei der Entwicklung von Trägertechnologie für nukleare Sprengköpfe beschafft haben.
Bei den umstrittenen Teilen, die der Unternehmer "Sindbad" in den Iran geliefert haben soll, soll es sich um sogenannte "Dual Use"-Werkzeuge handeln, die sowohl militärisch als auch zivil genutzt werden können. Der Empfänger steht jedoch auf einer schwarzen Liste der Bundesregierung. Bei der Liste handelt es sich um 25 Firmen, bei denen die Bundesregierung davon ausgeht, dass sie dem Trägerraketenprogramm zuarbeiten.
Für "Sindbads" Arbeit soll der BND seit Mitte der neunziger Jahre ein Honorar von insgesamt rund einer Million Euro bezahlt haben. Wie die Nachrichtenagentur AFP aus Sicherheitskreisen erfuhr, wird sich das geheim tagende Parlamentarische Kontrollgremium (PKG) des Bundestages am Mittwoch mit dem Thema beschäftigen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







