| 08.22 Uhr
Reaktionen auf Panne am Münchner Flughafen
Bombenalarm enthüllt Sicherheitsmängel
Airport München wegen Sprengstoffalarm gesperrt
Airport München wegen Sprengstoffalarm gesperrt FOTO: APN
München (RPO). Nach dem Zwischenfall am Münchner Flughafen am Mittwoch hat die Gewerkschaft der Polizei gefordert, die Sicherheitsvorkehrungen an den deutschen Airports auf den Prüfstand zu stellen. Eine Lücke könne sich ein Flughafen nicht leisten, sagte der für die Bundespolizei zuständige Vorsitzende der Gewerkschaft, Josef Scheuring.

"Wenn man jemanden kontrolliert, muss man ihn auch festhalten können", sagte Scheuring der "Süddeutschen Zeitung". Zwar sei das Geschehen aus der Distanz nur schwer zu beurteilen, es sei aber naheliegend, dass entweder zu wenig Personal am Kontrollschalter zur Verfügung gestanden habe oder aber die Ausbildung der Leute mangelhaft gewesen sei.

Zehn Minuten bis zur Bomben-Warnung

Die Kontrollen werden von einer Firma im Auftrag der Regierung von Oberbayern durchgeführt. Nachdem der Sprengstoffdetektor anschlug, dauerte es laut Bundespolizei etwa zehn Minuten, bis sie informiert wurde.

Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) schließt nach der schweren Panne von München Konsequenzen nicht aus. Er nehme den Vorfall "sehr ernst", sagte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk. Er wolle zunächst jedoch keine Bewertung abgeben. Er kündigte die Untersuchung "sämtlicher Umstände dieses Vorgangs mit allen Beteiligten an".

Danach müssten am Flughafen München "gegebenenfalls Konsequenzen" gezogen werden, sagte der Minister weiter. Wenn sich Fehler ergäben, "die struktureller Art" seien, könnte dies auch für andere deutsche Flughäfen gelten. Nach der Auswertung der Videoaufnahmen könne auch die Art und Weise der Kontrolle des Mannes beurteilt werden.

Keine Spur von Verdächtigem

Bei der Personenkontrolle löste am Mittwochnachmittag gegen 15.30 Uhr ein automatisches System am Nachmittag beim Laptop des weiterhin unbekannten Mannes Sprengstoffalarm aus. Noch bevor das Gerät noch einmal intensiver untersucht werden konnte, nahm der Besitzer es an sich und eilte davon. In den Menschenmassen im Abflugbereich des Terminals 2 verlor sich seine Spur.

Die Polizei fahndet weiter nach dem Mann, dessen Laptop-Computer den Sprengstoffalarm ausgelöst hat. Es könnte sich um einen Geschäftsmann mittleren Alters handeln, sagte Bundespolizei-Sprecher Thomas Borowik am Donnerstagmorgen in München.

Der Mann wurde bislang nicht gefunden und könnte gleich nach dem Alarm den Flughafen in einer Maschine verlassen haben. Die Fahndung läuft aber weiter. "Die Polizei hat ein Interesse daran, den Fall komplett zu klären", sagte der Sprecher. Möglicherweise bekam der Mann nicht mit, dass eine weitere Überprüfung anstand. Von ihm gibt es auch die Bilder einer Überwachungskamera. Große Teile des Terminals wurden für mehrere Stunden gesperrt. Es kam zu zahlreichen Verspätungen.

Quelle: apd/seeg
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