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Bombenalarm in Potsdam
Paket war wohl nicht gegen Weihnachtsmarkt gerichtet

Bombenalarm in Potsdam: Paket war wohl nicht gegen Weihnachtsmarkt gerichtet
Polizeistreife auf dem Weihnachtsmarkt in Potsdam. FOTO: ap, MS
Potsdam. Hinter dem Bombenalarm von Potsdam steckt wohl kein geplanter Anschlag auf den Weihnachtsmarkt. Das berichtet die Polizei nach den ersten Ermittlungen. Um auf die Spur des Absenders zu kommen, will sie das Paket wieder zusammenbauen.

"Nach bisherigen Erkenntnissen halten es unsere Ermittler eher für unwahrscheinlich, dass der Weihnachtsmarkt Ziel war", teilte die Polizei am Samstag auf Twitter mit. Einzelheiten könnten aus ermittlungstaktischen Gründen nicht mitgeteilt werden, sagte ein Sprecher. Es werde weiter in alle Richtungen ermittelt. Nach Angaben der "Märkischen Allgemeinen" war als Absender eine nicht existierende Adresse in Neuruppin angeben.

Unter nochmals verschärften Sicherheitsvorkehrungen haben die Weihnachtsmärkte in der Landeshauptstadt von Brandenburg wieder geöffnet. Polizei und Stadt schickten zusätzliche Streifen über die Märkte, um den Besuchern Sicherheit zu geben. In NRW kündigte Innenminister Reul an, dass er die Sicherheitskonzepte der Weihnachtsmärkte überprüfen lasse. "Seit wir wissen, dass der internationale Terrorismus auch Deutschland im Visier hat, müssen wir jederzeit mit Anschlägen rechnen", sagte Reul unserer Redaktion.

Am Freitag war ein verdächtiges Paket bei einem Apotheker abgegeben worden, der am Weihnachtsmarkt sein Geschäft hat. Darin befanden sich Hunderte Nägel und ein sogenannter Polenböller, wie Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) am Freitag bekanntgegeben hatte.

Polizei richtet Ermittlungsgruppe ein

Die Polizei kündigte an, das von Sprengstoffexperten unschädlich gemachte Paket für die Untersuchungen wieder zusammenzusetzen. Die Reste seien ins Kriminaltechnische Institut in Eberswalde gebracht worden. Die Auswertung werde einige Tage dauern.

Polizei evakuiert Potsdamer Weihnachtsmarkt FOTO: Christian Pörschmann/dpa

Für die Fahndung setzte die Polizei eine Ermittlungsgruppe "Luise" ein - benannt nach der Apotheke, an die das Paket geschickt worden war. In der Gruppe arbeiten rund 25 Kriminalisten. Der Vorwurf laute versuchte Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion. Es wurde auch eine Anfrage an alle anderen Bundesländer gestellt, ob jemals ähnliche Taten bekannt wurden.

Paket mit Wasserstrahl zerschossen

Der direkt am Weihnachtsmarkt ansässige Apotheker hatte Verdacht geschöpft und die Polizei alarmiert. Experten zerschossen das Paket mit einem Wasserstrahl. Eine Zündvorrichtung wurde nicht gefunden. Die Teilsperrung des Weihnachtsmarktes konnte in der Nacht zu Samstag aufgehoben werden. Das Paket soll nach Angaben von Schröter eine Absenderangabe gehabt haben, die aber falsch gewesen sein dürfte.

Die Sicherheitsvorkehrungen waren bereits nach dem terroristischen Attentat auf den Berliner Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche vor fast einem Jahr bundesweit noch einmal verschärft worden. Am 19. Dezember 2016 war der Attentäter Anis Amri mit einem entführten Lastwagen in den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gefahren. Er tötete 12 Menschen und verletzte mehr als 70 weitere.

(wer/dpa)
 
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