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Auswirkung auf den Aktienkurs
Die perverse Logik des BVB-Attentäters

Bombenanschlag in Dortmund: Die perverse Logik des BVB-Attentäters
Im Jahr 2000 ging der BVB an die Börse. FOTO: dpa
Düsseldorf. Aufatmen, weil es kein Terroranschlag war, Bestürzung darüber, wie weit die Habgier gehen kann – zwischen diesen beiden Polen bewegt sich das Gefühl, nachdem klar ist, dass der Anschlag gegen den BVB möglicherweise die Tat eines Börsenspekulanten war. Von Georg Winters

15.000 Optionsscheine hat der Mann angeblich in der Hoffnung gekauft, dass der Kurs der BVB-Aktie nach dem Anschlag abstürzen würde. Das ist eine perverse Logik, aber eine börsentaugliche: Schlechte Nachrichten lassen den Kurs fallen, gute steigen.

Wie funktioniert so ein Optionsgeschäft? Der Anleger kauft das Recht, beispielsweise Aktien zu einem Zeitpunkt X zu einem bestimmten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Eine Kaufoption nennt man Call, eine Verkaufsoption Put. Im Fall der BVB-Aktie geht es um Put-Optionen. Fällt der Kurs der Aktie bis zum Verkaufszeitpunkt, steigt der Wert der gekauften Optionsscheine – das wäre der Gewinn des mutmaßlichen Attentäters gewesen.

Der Kursverlauf der BVB-Aktie vor und nach dem Anschlag. Der markierte Punkt zeigt den vorläufigen Tiefpunkt nach dem Attentat. FOTO: Screenshot: Onvista

Wie groß der mögliche Ertrag eines Anlegers bei einem solchen Geschäft ist, liegt auch am sogenannten Hebel. Der bezeichnet, um wie viel mehr man verdienen kann, wenn man den Optionsschein kauft statt das tatsächliche Wertpapier. Im Fall des BVB-Attentäters hätte der maximale Gewinn bei einem angeblichen Einsatz von 5000 Euro rund 275.000 Euro betragen.                

Dafür hätte der Aktienkurs aber schon gewaltig abstürzen müssen. Doch die Rechnung des mutmaßlichen Täters ging nicht auf: Unmittelbar nach dem Attentat verlor die Aktie nur leicht an Wert, stieg danach sogar wieder. Erst die beiden Niederlagen gegen AS Monaco am Mittwoch und eine Woche zuvor ließen den Kurs tatsächlich abstürzen. Dass man ihm auf die Schliche gekommen ist, liegt auch daran, dass  die Commerzbank-Tochter Comdirect, über die der Verdächtige seine Geschäfte abgewickelt haben soll, den auffälligen Deal an die Finanzaufsicht Bafin gemeldet hat.      

 
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