Nach Hundejagd und Auto-Unfall: Braunbär JJ1 bei Bad Tölz gesichtet
zuletzt aktualisiert: 16.06.2006 - 10:11München (rpo). Von Jägern gejagt und Tierschützern verteidigt, von Hunden gehetzt und zuletzt sogar auf offener Straße vom Auto angefahren: Braunbär JJ1 ist das Phantom der Wälder - er ist einfach nicht zu fassen. Jetzt ist das Tier, das seit Wochen durch das österreichisch-bayerische Grenzgebiet streift, bei Bad Tölz gesichtet worden.
Mehrere Wanderer hatten den Braunbären, der seit Wochen im deutsch-österreichischen Grenzgebiet umherstreunt, gesehen. Das sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Damit Bergsteiger und Wanderer nicht durch den flüchtigen Bären gefährdet werden, sperrte die Polizei laut dem Nachrichtensender N 24 ein beliebtes Wandergebiet großräumig ab. Auch die Kabinenseilbahn auf das 1556 Meter hohe Brauneck stoppte auf Anordnung der Behörden den Betrieb vorläufig.
Der Wirt der "Bayernhütte" am Brauneck bei Lenggries, Helmuth Gubo, sagte am Freitagmorgen, er habe das Raubtier am Donnerstagabend etwa 50 Meter von seiner Berggasstätte entfernt aus dem Auto heraus direkt an der Forststraße gesehen. Als der Bär das Fahrzeug bemerkte, sei er den Hang heruntergelaufen und verschwunden. Der finnische Suchtrupp mit speziell ausgebildeten Hunden habe sich noch in der Nacht auf die Spur des Tieres begeben, die Suche sei aber gegen 3.00 Uhr abgebrochen worden.
Gubo war nach eigenen Angaben gegen 21.30 Uhr von einem Freund, der auf dem Berg eine Privathütte besitzt, informiert worden, dass der Bär in Richtung "Bayernhütte" laufe. Daraufhin machte sich der Hüttenwirt sofort auf den Weg. Angst habe er bei der Begegnung mit dem Bären nicht gehabt, da er selbst ja im Auto gesessen habe, sagte Gubo. Schäden habe der Braunbär, der bereits Dutzende von Nutztieren gerissen hat, nicht angerichtet. Weiter oben auf dem Berg befänden sich allerdings Schafe.
Nach Angaben des Bären-Beauftragten des bayerischen Umweltministeriums, Manfred Wölfl, sind die finnischen Bärenjäger mit ihren Hunden dem Raubtier derzeit wieder auf der Spur. "Heute Nacht hat es ein bisschen getröpfelt, vielleicht haben wir jetzt bessere Chancen, weil der Geruch einer Fährte sehr schnell verdampft", sagte Wölfl in Bayern2Radio.
In der Nacht zu Donnerstag war der Bär von einem Auto gestreift worden. Der Unfall passierte nach Angaben des Umweltministeriums in München in der Nähe des Sylvensteinspeichersees auf bayerischem Gebiet. Offenbar wurde der Bär nur vom Außenspiegel getroffen. Danach war das Tier zunächst wieder verschwunden.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







