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Suche weiter erfolglos: Braunbär "JJ1" kommt Spaziergänger bis auf 20 Meter nahe

zuletzt aktualisiert: 18.06.2006 - 12:26

München (rpo). Braunbär Bruno, alias Problembär "JJ1", hält die Menschen im deutsch-österreichischen Grenzgebiet weiter auf Trab. Nachdem er in der bayerischen Ortschaft Kochel aufgetaucht und dort einem Spaziergänger bis auf 20 Meter nahe gekommen war, fehlte am Sonntag wieder jegliche Spur. Die Suche kostet inzwischen über 100.000 Euro.

Die Bärinnen-Liebesfalle wirkt nicht: JJ1 ist noch nicht geschlechtsreif.  Foto: ddp, ddp
Die Bärinnen-Liebesfalle wirkt nicht: JJ1 ist noch nicht geschlechtsreif. Foto: ddp, ddp

Nach dieser Begegnung in der Nacht zum Samstag fehlte am Sonntag jedoch von dem Bären wieder jede Spur, wie die Behörden am Vormittag in Kochel mitteilten. Das eingesetzte Fangteam wurde durch einen fünften finnischen Experten mit seinem Suchhund verstärkt.

Unklar blieb zunächst, ob Schäden an einem Stall, die in der Nacht zum Sonntag im österreichischen Aachenwald entdeckt wurden, mit dem Bären zu tun hatten. Der Ort ist rund 25 Kilometer von Kochel entfernt.

Die bayerischen Behörden nahmen das Auftauchen von "JJ1" in Kochel zum Anlass, noch einmal die Bevölkerung zu erhöhter Vorsicht aufzurufen. "Die befürchteten zufälligen Begegnungen Bär-Mensch haben in Kochel erstmalig stattgefunden - das Unfallrisiko ist nach Meinung der Fachleute hoch", hieß es in einer Mitteilung des bayerischen Umweltministeriums.

Die finnischen Bärenfänger auf Spurensuche. Foto: ddp, ddp

Um den Bären möglichst lebend zu fangen, verständigten sich Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf (CSU) und sein Tiroler Amtskollege Landesrat Anton Steixner am Freitagabend in München auf die Verstärkung des Fangteams.

"Der Bär hat immer mehr die Scheu vor Menschen verloren und dringt in menschliche Ansiedlungen ein", warnte Schnappauf. Dieses nicht artgerechte Verhalten des Bären erhöhe das Unfallrisiko von Tag zu Tag. Bayern und Tirol würden deshalb "die Anstrengungen nochmals forcieren, um den Bären so schnell wie möglich lebend aus der freien Wildbahn zu entfernen".

Vor einem Cafe gesehen

Am Freitagabend gegen 23:20 wurde der Bär in der Ortschaft Kochel am See von einem Mann gesehen, der seinen Hund ausführte. Wie die Behörden am Sonntag mitteilten, versuchte er, dem nur rund 20 Meter entfernten Tier auszuweichen, indem er um ein Haus herumging. Der Bär tat jedoch dasselbe, so dass beide wiederum nur im Abstand von 70 Metern aneinander vorbei liefen.

Der Bär prallte danach gegen einen Drahtzaun. Eingeengt sprang er dann aus dem Stand eine etwa 2,5 Meter hohe Felsmauer hoch. Die Schilderung des Mannes wurde durch mehrere Fährtenfunde bestätigt. Kurz nach Mitternacht wurde der Bär dann von einem Cafe in Kochel aus nahe der Polizeiwache gesehen. Auch hier wurden später Bärenspuren gefunden.

Teurer Bär

Am Samstagmorgen ging bei der Polizei eine Schadensmeldung ein, wonach der Bär einen Hasenstall aufgebrochen und ein Meerschweinchen und ein Kaninchen erlegt habe. Zudem sei ein Bienenstock zerstört worden. Das Bärenteam habe die Schäden eindeutig dem gesuchten Tier zugeordnet und versucht, vom Schadensort aus die Spuren weiter zu verfolgen. Allerdings verloren die Hunde bei starkem Regen die Witterung. Die Suche wurde aber später wieder aufgenommen. Das feucht-schwüle Wetter sei im Grundsatz gut geeignet, die Bärenspur für die empfindlichen Hundenasen lange nachverfolgbar zu machen, hieß es.

Unklar blieb zunächst ein Vorfall am Samstag gegen 23.30 Uhr auf einer Alm bei Aachenwald. Die Bewohner dort teilten der Polizei mit, sie seien von einem lauten Knall geweckt worden. Draußen war der Zaun eingedrückt und die Kühe waren ausgebrochen. Eine Fährtensuche am frühen Sonntagmorgen blieb aber zunächst ergebnislos.

Nach einem Bericht der "Bild am Sonntag" kostete die Suche nach dem Bären bereits mehr als 100.000 Euro. "Damit ist der Jahres-Etat des österreichischen Bären-Schutzprogramms gesprengt", sagte Beate Striebel vom WWF in Österreich dem Blatt zufolge.

Quelle: afp

 
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