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Bei Pressetermin in Bremerhaven
Polizist schießt aus Versehen Journalisten an

Bremerhaven: Polizist schießt aus Versehen einen Journalisten an
Aus der Dienstwaffe eines Polizeibeamten löste sich während eines Pressetermins ein Schuss. FOTO: dpa
Bremerhaven . Ein eigentlich harmloser Pressetermin endete für einen Journalisten der "Nordsee-Zeitung" im Krankenhaus. Er wollte sich auf dem Präsidium die neuen Dienstpistolen der Polizei erklären lassen. Dabei löste sich ein Schuss. Von Jessica Kuschnik

Es klingt wie ein schlechter Scherz: Bei der Vorstellung der neuen Dienstwaffen der Polizei Bremerhaven wird ein Journalist (44) aus Versehen angeschossen. Doch genau das ist am Dienstagmorgen einem Reporter der "Nordsee-Zeitung" passiert, wie diese auf ihrer Facebook-Seite mitteilt.

 

Einem Reporter der NORDSEE-ZEITUNG ist bei einem Recherchetermin im Dienstgebäude der Bremerhavener Polizei in den...

Posted by Nordsee-Zeitung on  Dienstag, 23. Februar 2016

 

Eigentlich sollte sich der Journalist im Rahmen der Serie "Unsere Polizei" für die Zeitung mit den Beamten über ihre neuen Dienstwaffen unterhalten. "Im Rahmen der Erklärungen löste sich gegen 10.22 Uhr unbeabsichtigt ein Schuss aus der Dienstpistole eines Polizeibeamten", so die zuständige Polizeibehörde. "Das Projektil traf den Redakteur am Bein und verletzte diesen am Oberschenkel." Er erlitt demnach einen glatten Durchschuss.

Waffe hätte nicht geladen sein dürfen

Der Rettungsdienst wurde verständigt und versorgte den Reporter notärztlich. Danach wurde er ins Krankenhaus gebracht. "Es geht ihm nach ersten Erkenntnissen den Umständen entsprechend gut", teilen seine Kollegen auf Facebook mit. "Natürlich hat mich das als Behördenleiter sehr schockiert", sagte Polizeichef Harry Götze nach dem Vorfall. "Wir machen uns natürlich große Sorgen um den Gesundheitszustand des Reporters." Er wolle ihn so bald wie möglich im Krankenhaus besuchen. 

 

Polizei-PK mit Polizei-Chef Harry Götze zum tragischen Unglücksfall beim Pressetermin mit einem Reporter der Nordsee-Zeitung. (ber)

Posted by Nordsee-Zeitung on  Dienstag, 23. Februar 2016

 

So etwas sei nicht nur ein bedauerlicher Vorfall, so etwas dürfe auch nicht passieren, erklärte Götze weiter. Die Polizei hat nach eigenen Angaben die Ermittlungen aufgenommen und Tatortspuren gesichert. Die Waffe, aus der sich der Schuss gelöst hat, wurde sichergestellt. Auch die Staatsanwaltschaft sei in Kenntnis gesetzt worden. Es werde interne Ermittlungen geben und geprüft, ob es auch dienstrechtliche Konsequenzen geben werde. 

Warum sich der Schuss löste und warum die Waffe überhaupt geladen war, dazu gab es am Dienstag noch keine Erkenntnisse. Polizeichef Götze machte im Interview deutlich, dass diese bei solch einem Termin nicht hätte geladen sein dürfen. 

Beteiligte Polizisten haben sich krankgemeldet 

Bei dem Beamten, aus dessen Waffe sich der Schuss löste, handelt es sich den bisherigen Erkenntnissen nach laut Götze um einen Schießausbilder (45) der Polizei Bremerhaven. Dieser und ein Mitarbeiter der Öffentlichkeitsarbeit, der ebenfalls anwesend war, gehe es nicht gut – sie haben sich krankgemeldet.

Im Internet und gerade bei Facebook sorgt der Vorfall für Häme und Spott. "Vielleicht sollte die Polizei künftig doch nicht mehr mit Waffen herumlaufen", schreiben die einen. Andere wünschen dem Reporter gute Besserung und mahnen zur Zurückhaltung, bis die Ermittlungen abgeschlossen sind. 

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