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"Ultimate Fighting" erst ab 18 Jahre
Brutaler Kampf vor Publikum in Köln

Ultimate Fighting - Kämpfen bis zum Umfallen
Ultimate Fighting - Kämpfen bis zum Umfallen FOTO: afp
Köln (RP). Am 13. Juni treten zum ersten Mal in Deutschland Kämpfer im "Ultimate Fighting" gegeneinander an – trotz zahlreicher Proteste. Die Stadt Köln einigte sich mit den Organisatoren, nur Volljährige bei dem brutalen Spektakel zuzulassen, bei dem es zu schweren Verletzungen kommen kann. Von Andreas Gröhbühl

Die Kämpfer stehen sich gegenüber wie zwei Raubtiere – in einem achteckigen Käfig. Mit nur dünnen Handschuhen über den Fäusten schlagen sie noch aufeinander ein, wenn einer von ihnen am Boden liegt. "Ultimate Fighting" heißt das brutale Spektakel, das am 13. Juni in der Kölner Lanxess-Arena das erste Mal in Deutschland ausgetragen werden soll – und in den USA bereits ein Millionen-Geschäft ist. Seit Monaten protestieren Politiker gegen das Event. NRW-Jugendminister Armin Laschet nannte den Käfig-Kampf "pervers". Hier werde nur Gewalt verherrlicht, sagte er der Frankfurter Sonntagszeitung. Der Kirchenkreis Köln forderte ein Verbot der Veranstaltung. Doch das wird es nicht geben.

Die Organisatoren und die Stadt Köln einigten sich gestern darauf, nur volljährige Zuschauer zuzulassen. Nach "sorgfältiger Prüfung" hätten weder das Innenministerium NRW noch die Stadt eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung festgestellt, teilte die Stadt mit. Mit dem Jugendverbot möchte Dezernentin Agnes Klein Nachahmungseffekte verhindern. "Eine Altersbeschränkung ist dringend notwendig", sagte sie.

Manfred Wolf, der Vorsitzende des Kölner Sportausschusses, hätte das Ereignis gerne untersagt. Nun gebe es immerhin das Jugendverbot. "Mehr können wir leider nicht tun", sagte der FDP-Politiker. Wolf hatte die Kämpfer bereits als "Profi-Schläger" bezeichnet. Mit ihm hatte der Stadtrat im März einstimmig eine Missbilligung gegen den "ultimativen Kampf" ausgesprochen. "Wir kämpfen gegen die zunehmende Gewalt. Und dieser 'Sport' liefert Idole, die auf am Boden liegende Menschen draufhauen", sagte der FDP-Politiker.

Der Veranstalter der "Ultimate Fighting Championship" (UFC), Marek Lieberberg, verwahrte sich gegen den Vorwurf der Gewaltverherrlichung und dem, falsche Vorbilder zu liefern. "Es gibt hierzu weder konkrete Hinweise noch Belege oder Studien", teilte Lieberberg in einer Pressemitteilung mit. Auch trügen die Kämpfer laut ärztlichen Gutachten bei UFC-Duellen weniger schwere Verletzungen davon als beim Boxen. Ralf Seeger, zweifacher Weltmeister im Ultimate Fighting, berichtet anderes aus dem achteckigen Käfig. "Vor elf Jahren ist in Kiew ein Kämpfer auf der Matte an Gehirnblutungen gestorben", sagt der Klever. Der Kontrahent des Getöteten hatte immer wieder auf seinen Kopf eingeschlagen, als der Gegner am Boden lag. Dieser Kampf war allerdings noch nicht Teil der 2001 neu gegründeten UFC-Reihe. Tatsächlich legen in der Reihe 32 Regeln fest, welche Attacken verboten sind. Darunter Beißen und Einführen der Finger in Mund und Nase des Gegners und das Reißen daran. Auch Knieattacken auf einen am Boden liegenden Gegner. Schläge in dessen Gesicht allerdings nicht.

Richtig abgebrochen werde erst, wenn "richtig viel Blut" fließt, sagt Seeger. Er wundert sich, dass in Deutschland ein solcher Kampf möglich ist. In früheren Jahren habe er die Erfahrung gemacht, dass sich die Ordnungsämter gegen derartige Duelle wehrten. Paradoxerweise hat der Profikämpfer Verständnis dafür. Er habe sogar dem Management einer Veranstaltungshalle, dem das Ultimate-Fighting-Event zuvor angeboten worden sei, davon abgeraten, das auszutragen. "Wenn da etwas passiert, hängt ihr mit drin", hatte er der Geschäftsleitung gesagt.

Kölns Sportausschussvorsitzender Wolf hatte bis zuletzt gehofft, dass auch das Lanxess-Arena-Management ein Einsehen hat und den Kampf in letzter Minute absagt. "Wenn der Rat einstimmig gegen diese Veranstaltung ist, sollten die sich das überlegen. Immerhin sind die auch in Zukunft auf den Rat angewiesen." Tatsächlich sei der "Erhalt der guten Beziehung" der Grund für die gütliche Einigung zwischen Arena-Management, Marek Lieberberg und der Stadt, ließen die Beteiligten einmütig verlauten. Die Veranstalter sehen in den brutalen Kämpfen keine Gefahr für die Jugend.

Quelle: RP
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