Streit um Kinofilm: Buback-Sohn: "Baader Meinhof Komplex" ein Täterfilm
zuletzt aktualisiert: 20.09.2008 - 10:53München (RPO). Michael Buback, Sohn des 1977 von der RAF ermordeten Generalbundesanwalts Siegfried Buback, hat sich den RAF-Film "Baader-Meinhof-Komplex" vorab angesehen. In einem Zeitungsbeitrag bezeichnet er das Werk als reinen Täterfilm. Die Geschichte seines Vaters werde nicht erzählt.
Buback schreibt in einem Beitrag für das Magazin "Focus" laut Vorabbericht vom Samstag, der Film sei sehenswert und mit hervorragenden Schauspielern besetzt. Während jedoch die "Baader-Meinhof-Personen" ausgiebig dargestellt würden, blieben diejenigen, gegen die sie angingen, "vage und unpersönlich".
Die Geschichten seines Vaters und des ermordeten Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyers würden "nicht erzählt". "Wurden sie Opfer wegen ihrer Persönlichkeit oder nur wegen ihrer Funktion? Mein Vater soll, so klingt es, derjenige sein, der die Baader-Meinhof-Gruppe vernichten will. Ein Betrachter, der wenig über die damaligen Ereignisse weiß, mag es dann sogar richtig finden, dass diejenigen, die er angeblich eliminieren wollte, ihm zuvorkommen."
Die Bedeutung des Films sieht Buback darin, dass ein "Teilaspekt des Terrors" in Deutschland in den späten 60er- und 70er-Jahren "hervorragend" gezeigt werde. Für ein "umfassendes Verständnis der RAF" reiche das jedoch nicht aus.
"Der Baader Meinhof Komplex" läuft am 25. September bundesweit in den Kinos an. Das RAF-Drama von Regisseur Uli Edel und Produzent und Drehbuchautor Bernd Eichinger beginnt mit den Studentenprotesten Ende der 60er Jahre und endet mit der Ermordung Schleyers 1977 auf dem Höhepunkt des Terrors im "Deutschen Herbst". Die Produktion geht für Deutschland ins Rennen um den Oscar als bester nicht-englischsprachiger Film.
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