Joschka Fischer kommt nicht mit neuer Freundin: Bundespresseball: "Das ist ein Bohlen-Stau"
zuletzt aktualisiert: 16.11.2003 - 14:13Berlin (rpo). Der Bundespresseball in Berlin sorgte für Enttäuschungen: Joschka Fischers neue Auserwählte fehlte und "Frischling" Dieter Bohlen fühlte sich offenbar im Kreis von Prominenz aus Medien und Politik nicht ganz wohl.
Eigentlich wollten die Veranstalter auf Darsteller der Seifenopern oder der Superstar-Serien verzichten. Das hatten sie jedenfalls am Tag vor dem 52. Bundespresseball versprochen. Doch dann kam alles anders. Am Freitagabend stand plötzlich der Superstar der "Superstars" in der Tür: Dieter Bohlen und seine tief dekolletierte Freundin Estefania Küster stahlen im Berliner Hotel Interconti anderen Prominenten die Schau.
Das gefiel natürlich nicht allen. "Die Organisatoren wollten wohl ein Highlight setzen. Für mich ist das aber keins", kommentierte Verteidigungsminister Peter Struck sichtlich angesäuert. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit merkte angesichts des Medienrummels an, da könne wohl kaum einer mithalten. Und CSU-Landesgruppenchef Michael Glos, der nicht an dem Journalistenpulk rund um den "Pop-Titan" vorbeikam, erklärte süffisant: "Das ist ein Bohlen-Stau."
Rau über Bohlen: "Ich kenne ihn nicht"
Gelassen reagierte dagegen Bundespräsident Johannes Rau auf Bohlen: "Ich kenne ihn nicht und finde es auch gar nicht so aufregend, dass er hier ist. Das ist für mich nicht von Belang." Es seien so viele interessante Leute da - unter anderem auch Mario Adorf, Ulrich Wickert, Anne Will, Sabine Christiansen, Dieter Stolte, Otto Schily und Michael Sommer.
Der Bohlen-Rummel ließ sogar die Diskussionen um die Absage von Kanzler Gerhard Schröder in den Hintergrund treten. Offiziell hatte der SPD-Chef laut Bundespresseamt "aus privaten Gründen" abgesagt. Gemunkelt wurde jedoch, der Kanzler könne nur schwerlich auf dem Bochumer Parteitag ab Sonntag einschneidende Reformen vertreten und kurz davor feiern. Auch die Absagen von CDU-Chefin Angela Merkel und Fernsehmoderator Thomas Gottschalk fielen nicht ins Gewicht.
Genervter Vizekanzler
Selbst die Frage, ob Außenminister Joschka Fischer denn nun seine neue Lebensgefährtin erstmals der Öffentlichkeit präsentieren würde, geriet zur Nebensache. Der vorsichtshalber von den Organisatoren für eine Begleitung reservierte Stuhl neben Fischer blieb leer. Ein sichtlich genervter Vizekanzler legte seinen Arm auf die Lehne, griff sein Handy und war für Journalisten fortan nicht zu sprechen. Nach seiner Scheidung im September soll der Grünen-Politiker Medienberichten zufolge mit einer 25-Jährigen und deren Kind in Berlin zusammen leben.
Bohlen indes klärte die Journalistenmeute auf, wie es denn überhaupt zu seiner Einladung gekommen war. Verantwortlich dafür sei der Springer-Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner gewesen. Tanzen könne er zwar nicht - und wenn er es dann doch einmal täte, dann nur im intimen Rahmen im Keller seines Hauses mit seiner Estefania. Nun wolle er "intelligente Gespräche" führen, allerdings nicht über Politik.
Bohlen sucht Kontakt zu Rau
Sprachs, und suchte eine Unterhaltung mit Rau. Beim Bundespräsidenten habe er sich für einen Bundestagsauftritt von Fernsehmoderator Thomas Gottschalk stark gemacht, sagte Bohlen hinterher. Gottschalk hatte die Rede als Wetteinsatz für seine verlorene Saalwette bei der letzten "Wetten, dass ..?"- Sendung vorgeschlagen. Rau solle "die Sache mit der Rede im Bundestag lockerer sehen" und erlauben, sagte Bohlen. Dass er sich in dieser Frage an den falschen Ansprechpartner wandte, war dem Popstar offenbar nicht ganz klar.
Rau lächelte trotzdem - und war damit einer derjenigen, die das Motto des Ballabends "Nacht des Lächelns" wörtlich nahmen. Wie sich überhaupt die meisten der 2.500 Gäste gut amüsierten, unter anderem 5.000 Austern und 2.000 Curry-Würste verspeisten, sich von den Klängen der amerikanischen Soul-Diva Dionne Warwick zum Tanzen verführen ließen und sich auch nicht von der vergeblichen Suche nach einer der angeblich georderten 1.700 Champagnerflaschen irritieren ließen. Schließlich gab es auch genug Wein, Sekt und Bier.
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