| 14.51 Uhr

Gegenaktion zur Bundeswehr-Werbung
Es ist nicht cool, Soldat zu sein

Bundeswehr Werbung: Kollektiv Peng startet Gegenkampagne
Auf den ersten Blick ähnelt die Troll-Kampagne dem Original stark. Doch die Botschaft ist eine völlig andere. FOTO: Screenshot machwaszaehlt.e
Düsseldorf. Seit die Wehrpflicht abgeschafft ist, fehlt es der Bundeswehr an Rekruten. Die Werbekampagne "Mach, was wirklich zählt", soll Abhilfe schaffen, ist aber umstritten. Ein Künstlerkollektiv startet jetzt eine Gegenkampagne. Die zentrale Botschaft: Soldat zu sein, ist wirklich alles andere als cool.

"Mach, was wirklich zählt." Mit diesem Aufruf und der entsprechenden Internetdomain "www.machwaswirklichzaehlt.de" versucht die Bundeswehr zur Zeit, junge Leute für sich zu begeistern. Von einer "Karriere" bei der Bundeswehr ist da die Rede und der Möglichkeit, "deinen Weg zu gehen". Die aufwendige Kampagne ist umstritten, seit sie vor rund einem Monat online gegangen ist. Viele Kritiker finden es moralisch falsch, junge Menschen mit verheißungsvollen Versprechen und aufwendiger Werbung zur Bundeswehr zu locken. Denn auf eine Verpflichtung kann ein Einsatz in Ländern wie Afghanistan oder Mali folgen. Dann wird aus der optimistischen Werbewelt ganz schnell bitterer Ernst.

Das Künstlerkollektiv "Peng!", in dem sich 40 Aktivisten aus Berlin und Leipzig engagieren, gehört zu den Kritikern der Kampagne - und hat deshalb jetzt eine Gegenkampagne gestartet. Nur wenige Stunden nach dem Original war der Troll online. Und der ist in seiner Aufmachung der Bundeswehr-Kampagne so ähnlich, dass Nutzer die beiden glatt verwechseln könnten. Statt "machwaswirklichzaehlt.de" heißt die Gegenkampagne schlicht "machwaszaehlt.de". Wie das Original präsentiert sich auch der Troll auf einem Hintergrund in Tarnanzug-Farben. Wer genau hinschaut, dem fällt allerdings sofort auf, dass auf der Webseite der Künstler das Bundeswehr-Logo fehlt. Und natürlich ist die Botschaft eine völlig andere.

Rüstungsflops: Von peinlich bis tödlich FOTO: Bundeswehr

"Du glaubst, es ist cool Soldat/in zu sein?" Mit dieser Frage steigt "Peng!" in die Webseite ein. Was folgt, sind harte Zahlen und Fakten zur Bundeswehr und den Einsatz in Krisenregionen."Der Krieg kann dich zerstören", heißt es dort etwa. Am Ende dann die Aufforderung, geklaut von der Bundeswehr, doch völlig konträr gemeint: "Mach, was wirklich zählt". Für "Peng!" ist das, was zählt, kein Einsatz bei der Bundeswehr, sondern zivilgesellschaftliches Engagement. "Wenn du deinen Mitmenschen helfen und die Gesellschaft wirklich voranbringen möchtest, ergreife einen sinnvollen Beruf", heißt es auf der Webseite. Ärztin schlagen die Künstler vor. Lehrer oder Krankenpfleger.

Die Aktion findet im Netz viel Zuspruch. Unter dem Hashtag #machwaszaehlt sammeln sich bei Twitter viele Kommentare. 

(lsa)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Bundeswehr Werbung: Kollektiv Peng startet Gegenkampagne


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.