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Polizei und Zoll im Einsatz: Bundesweite Razzia in "Flatrate"-Bordellen

VON DDP-KORRESPONDENT NORBERT DEMUTH - zuletzt aktualisiert: 26.07.2009 - 18:59

Waiblingen (RPO). Hunderte Polizei- und Zollbeamte haben in einer groß angelegten Razzia bundesweit vier sogenannte Flatrate-Bordelle durchsucht. Der Verdacht: Die Betreiber hinterziehen Sozialversicherungsbeiträge und beschäftigen ausländische Prostituierte ohne Genehmigung beschäftigt. Am Sonntag erfolgte der Zugriff in drei verschiedenen Bundesländern.

Am Sonntag gab es eine bundesweite Razzia in sogenannten "Flatrate"-Bordellen.  Foto: ddp, ddp
Am Sonntag gab es eine bundesweite Razzia in sogenannten "Flatrate"-Bordellen. Foto: ddp, ddp

Der Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts Stuttgart betreffe die "Flatrate"-Bordelle in Fellbach bei Stuttgart, Heidelberg, Wuppertal und Schönefeld bei Berlin. "Flatrate"-Bordelle werben mit Sex nach Belieben zum Festpreis. Die durchsuchten Bordelle würden auch teilweise unter gesundheitsspezifischen und lebensmittelrechtlichen Gesichtspunkten überprüft, teilten die federführenden Staatsanwaltschaften Stuttgart und Mannheim sowie die Polizeidirektion Waiblingen mit. Es gebe Hinweise, wonach es dort "hygienische Missstände" geben solle.

Beteiligt an der Razzia seien auch zehn Staatsanwälte sowie Mitarbeiter der örtlichen Gesundheits-, Gaststätten-, Gewerbe- und Lebensmittelüberwachungsbehörden. Die Polizeidirektion Waiblingen hatte gemeinsam mit dem Hauptzollamt Stuttgart und dessen "Finanzkontrolle Schwarzarbeit" eine Ermittlungsgruppe "Flatrate" eingerichtet.

Ein Polizeisprecher sagte, die um 14.00 Uhr gestartete Razzia richte sich "ausschließlich gegen die Bordellbetreiber". Bei den beschäftigten Prostituierten gebe es strafrechtlich "noch keine Hinweise". Die Frauen seien "zunächst einmal nur Zeugen ebenso wie die Freier". Festnahmen habe es bislang nicht gegeben. Nach Angaben des Polizeisprechers sind allein in Fellbach rund 400 Einsatzkräfte an den Durchsuchungsmaßnahmen beteiligt. In Heidelberg ist der "Pussy-Club" betroffen.

Politik will gegen Bordelle vorgehen

Am Samstag war bekanntgeworden, dass in Baden-Württemberg staatliche Stellen eine rechtliche Handhabe sähen, um gegen die "Flatrate"-Bordelle in Heidelberg und Fellbach vorzugehen. "Wenn man deren Werbung ernst nimmt, ist von einem Verstoß gegen die Menschenwürde der dort arbeitenden Prostituierten auszugehen", sagte Justizminister Ulrich Goll (FDP) dem Nachrichtenmagazin "Spiegel".

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