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Gesundheitszustand der Verletzten stabil: Busunglück: Ermittlungen gegen den Fahrer

zuletzt aktualisiert: 25.08.2003 - 14:25

Weißenfels (rpo). Die Ursache für das schwere Busunglück auf der Autobahn 9 bei Weißenfels, bei dem fünf Menschen starben, bleibt weiter mysteriös.Die Staatsanwaltschaft Halle hat mittlerweile ein Ermittlungsverfahren gegen den Fahrer eingeleitet.

Nach dem schweren Busunglück mit fünf Toten und 17 Schwerverletzten auf der A 9 war die Unfallursache auch am Montag noch unklar. Gutachter und Polizeiexperten untersuchten den Bus und werteten den Fahrtenschreiber aus, wie die Polizei Merseburg mitteilte. Zudem würden die Überlebenden befragt. Die Staatsanwaltschaft Halle nahm Ermittlungen gegen den Fahrer wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und Körperverletzung auf. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) forderte, den Verkehr mit Reisebussen sicherer zu machen.

Bei dem Unfall am frühen Sonntagmorgen kam der mit 23 Passagieren besetzte Reisebus auf der Fahrt von München nach Kiel bei Weißenfels von der Straße ab, fuhr die Böschung hinunter und kippte um. Fünf Menschen starben. Der Busfahrer und 16 Passagiere erlitten schwere und zwei weitere Reisende leichte Verletzungen. Die Gruppe wollte ab Kiel eine einwöchige Kreuzfahrt starten.

Familien in Krankenhäusern eingetroffen

Die 17 Verletzten wurden in umliegende Krankenhäuser in Merseburg, Weißenfels, Halle und Leipzig gebracht. Ihr Gesundheitszustand ist nach Aussage der Mediziner inzwischen stabil. Derweil seien auch die Familien in den Krankenhäusern eingetroffen. Dort kümmerten sich Seelsorger um die Verletzten und deren Verwandte, sagte Polizeisprecherin Birgit Bandermann.

Noch immer nicht vernehmungsfähig sei auch der 66-jährige Busfahrer. Spekulationen, nach denen der Fahrer kurz vor dem Unfall in einen Sekundenschlaf gefallen sei, wies Andreas Schieweck von der Staatsanwaltschaft Halle zurück. Den Untersuchungen dürfe nicht vorgegriffen werden. Die Ermittler warteten auf die Ergebnisse des technischen Gutachtens über den Bus, zum Zustand der Bremsen, der Lenkung und der Reifen. Zudem müssten die Spuren am Unfallort ausgewertet werden.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Fahrer wegen fahrlässiger Tötung in fünf und wegen fahrlässiger Körperverletzung in weiteren Fällen, wie Schieweck erklärte. Geplant seien Zeugenbefragungen der Insassen des Busses sowie des Fahrers. Möglich sei, dass sich der Fahrer als Beschuldigter nicht mündlich äußere, sondern sich einen Anwalt nehme und schriftlich auf die Fragen antworte. "Das ist häufig so bei Verkehrsunfällen", fügte der Staatsanwalt hinzu.

Sicher sei, dass kein weiteres Fahrzeug beteiligt war, sagte die Polizeisprecherin. Der Bus habe eine Reisegeschwindigkeit von 102 Kilometer pro Stunde gehabt, wie eine erste Auswertung des Fahrtenschreibers ergeben habe. Zulässige Höchstgeschwindigkeit des Busses war 100 Kilometer pro Stunde.

Verletzte sind identifiziert

Alle Verletzten seien inzwischen identifiziert. Sie kommen aus Neufahrn, München, Unterföhring, Herrschingen am Ammersee, Weilheim, Nürnberg und Altdorf bei Nürnberg. Bei den getöteten Passagieren handelt es sich um eine 17-jährige Frau aus Unterföhring und einen 17-jährigen Mann aus München sowie drei ältere Frauen aus Bayern: eine 74-Jährige aus Regensburg, eine 73-Jährige aus Lappersdorf und eine 65-Jährige aus München.

Indes forderte die GdP, Busse sollten mit Sicherheitsgurten ausgerüstet und die Verpflichtung zum Anschnallen mit Nachdruck vorangetrieben werden. Zudem gehörten die Lenkzeiten von zwei Mal viereinhalb Stunden pro Arbeitsschicht auf den Prüfstand, um eine Übermüdung der Fahrer auszuschließen, sagte GdP-Vorsitzender Konrad Freiberg.


 
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