Ärger um Maserati als Dienstwagen: Chef der Berliner Treberhilfe lässt Amt ruhen
zuletzt aktualisiert: 25.02.2010 - 12:01Das gab das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz am Donnerstag bekannt. Bis zur Klärung der gegen ihn erhobenen Vorwürfe soll ein zweiter Geschäftsführer seine Arbeit übernehmen. Außerdem trat Ehlert seine Geschäftsanteile komplett an die Berliner Hilfsorganisation ab.
Ehlert hatte nicht nur für Empörung gesorgt, weil er als Chef der mit Spenden finanzierten Treberhilfe einen Luxuswagen nutzte, ihm wird auch ein autoritärer Führungsstil nachgesagt. Der Schritt stelle "eine sehr gute Lösung" dar, sagte der Berliner Staatssekretär für Soziales Rainer-Maria Fritsch, der sich zwischenzeitlich in die sogenannte Dienstwagen-Affäre eingeschaltet hatte. Das Ziel sei, jetzt eine größtmögliche Transparenz zu schaffen, um das Vertrauen in die Treberhilfe zurückzugewinnen.
Die Entmachtung Ehlerts hatte sich in den vergangenen Tagen schrittweise angedeutet. Noch am Montag hatte Ehlert angekündigt, auf den nach Händlerangaben 114.000 Euro teuren Maserati als Dienstwagen zu verzichten. Stattdessen sollten darin künftig Touristen und Berliner zu sozialen Einrichtungen kutschiert werden.
Am Dienstag hatte er wider Erwarten den Wagen dann bereits verkauft und musste sich die unternehmerische Verantwortung an der Treberhilfe fortan mit dem Diakonievorstand Thomas Dane teilen. Zudem sollten auf Druck der Diakonie, deren Mitglied die Treberhilfe ist, ein Aufsichtsrat und eine Mitarbeitervertretung für die 280 beschäftigten Sozialarbeiter eingerichtet werden.
Die Berliner Hilfsorganisation setzt sich unter anderem für Jugendliche und Obdachlose ein. Wegen ihrer Gemeinnützigkeit erhält sie außerdem Steuervergünstigungen. Die Treberhilfe besteht aus einem Verein und einer gemeinnützige Gesellschaft, deren Eigentümer Ehlert bis zur Abgabe seiner Geschäftsanteile war.
Ehlert hatte stets beteuert, dass der Kauf des Maseratis völlig legal und komplett fair gewesen sei. Das Auto mit 400 PS und einer Spitzengeschwindigkeit von 270 Kilometern pro Stunde war nach seinen Angaben ausschließlich mit selbst erzielten Überschüssen der Treberhilfe bezahlt worden. Mit dem Luxuswagen habe er provozieren und eine Diskussion über professionelle Sozialarbeit anstoßen wollen.
Die Affäre war öffentlich geworden, nachdem der seit dem Jahr 2007 auf die Treberhilfe zugelassene Luxuswagen in Mecklenburg-Vorpommern geblitzt worden war. Da die Hilfsorganisation den Fahrer nicht nennen wollte, sollte sie ein Fahrtenbuch führen. Dagegen hatte Ehlert zunächst geklagt. Der Prozess wurde nach dem Verkauf des Maseratis abgesagt.
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