Vier Tonnen Sulfolan: Chemikalie in der Ruhr gefunden
zuletzt aktualisiert: 20.03.2009 - 10:24Berlin/Mülheim (RPO). Chemieunfall: Bereits vor vier Wochen sind vier Tonnen des Stoffes Sulfolan in die Lenne und dann weiter in die Ruhr geflossen, wie "Welt Online" am Donnerstag berichtet. Demnach hat das Landesumweltamt in Nordrhein-Westfalen erhöhte Konzentrationen des Stoffes gefunden. Von dem Unfall wurde die breite Öffentlichkeit bislang nicht unterrichtet.
Sulfolan gilt als gesundheitsgefährdend, wenn es verschluckt wird. Die Chemikalie kann akute oder chronische Gesundheitsschäden hervorrufen. Die Belastung im Trinkwasser lag nach Informationen von des Onlinedienstes teilweise am Wasserwerk Mülheim bei über zehn Mikrogramm je Liter.
Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Wasserwerke an der Ruhr (AWWR), Hansjörg Sander, sagte, die nachgewiesenen Konzentrationen im Trinkwasser hätten keinen Anlass zur "akuten Sorge" gegeben. Er habe dennoch bei der Staatsanwaltschaft Hagen dennoch Anzeige gegen Unbekannt wegen des Verdachts der Wasserverunreinigung gestellt.
Den Informationen zufolge wurde der Störfall bereits bei einer routinemäßigen Untersuchung am 24. Februar entdeckt. Bei der Suche nach dem Verursacher wurden laut Landesumweltamt in der Kläranlage des Ruhrverbandes in Iserlohn-Letmath auffällige Belastungen im Ablaufteich zum Fluss Lenne gefunden.
Bei der Abfallfirma Lobbe aus Iserlohn konnten in Stapeltanks mit Flüssigabfällen Sulfolan-Konzentrationen zwischen 2000 und 28.000 Mikrogramm je Liter gemessen werden. Darüber hinaus müsse es weitere Einleiter geben. Ein Lobbe-Sprecher versicherte, die Einleitungen seien gestoppt.
Die AG Wasserwerke an der Ruhr hat nun Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Verdachts der Vereunireingung eines Gewässers gestellt. Die Wasserwerke stehen am Ende der Aufbereitungskette für Trinkwasser und sind gemäß Trinkwasser-Verordnung verpflichtet, ein korrektes "Produkt" zu liefern.

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