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Gerüchte um Pizzeria: "Da Bruno" als Geldwaschanlage?

VON JULIA HAGENACKER - zuletzt aktualisiert: 16.08.2007 - 09:18

Duisburg (RP). Sechs Männer im Alter von 16 bis 38 starben im Duisburger Kugelhagel, fünf von ihnen gehörten einer Familie an, der sechste, ein 18-Jähriger, absolvierte in der Pizzeria „Da Bruno“ eine Ausbildung. Am Mittwoch, dem Tattag, hatte er Geburtstag. Die Opfer feierten diesen im Restaurant, vermutlich mit Rotwein, Pizza und Pasta.

Dass das Lokal eine gute Küche bot, dass es vor allem von Geschäftsleuten und Angestellten des benachbarten ehemaligen Klöckner-Hauses geschätzt und besucht wurde, sich aber gegen 22 Uhr stets deutlich leerte, war in der Stadt ziemlich bekannt.

Relativ hartnäckig hält sich das Gerücht, dass es dort nicht mit rechten Dingen zuging. Wer sich etwa mit dem Taxi zum „Da Bruno“ kutschieren ließ, soll ab und an das Wort „Geldwaschanlage“ zu hören bekommen haben. Konkret äußern wollten sich die, die mehr wussten aber lieber nicht. Das war immer schon so.

Ein Nachbar will sich lieber nicht äußern. Der Pizzawagen des gebürtigen Türken steht am Ludgeriplatz, etwa 250 Meter Luftlinie vom Silberpalais entfernt, dem Tatort, an dem in der Nacht zu Mittwoch sechs Menschen erschossen wurden. Die mutmaßlichen Täter, wahrscheinlich zwei Personen, die eine „Ohrenzeugin“ zur Tatzeit weg rennen sah, sollen in Richtung des Marktplatzes geflüchtet sein.

Dass es sich bei der Bluttat um eine „Mafia-Abrechnung“ handeln könnte, hat sich bereits rumgesprochen. Ob er die Inhaber des italienischen Restaurants „Da Bruno“ kenne, die unter den Opfern vermutet werden? Er schüttelt den Kopf. „Mit denen hatte ich nichts zu tun“, sagt er.

Zu gefährlich

Auch seine Angestellten - allesamt Italiener - halten sich zurück, wollen ihre Namen nicht nennen. „Erzähl’ doch der Presse, was Du mir vorhin über den Chef erzählt hast“, sagt er - dem auch der „Nudelpalast“ schräg um die Ecke gehört - zu einem von ihnen, der schüttelt den Kopf. „Könnte ja auch gefährlich sein“, fügt der Imbiss-Inhaber hinzu.

Ein paar Meter weiter, im italienischen Restaurant „Costa Azzura“, ist man ebenfalls schweigsam. Man kenne weder Inhaber noch Angestellte des Lokals am Silberpalais persönlich, sei, wenn überhaupt, ab und zu dort essen gewesen, heißt es. Angst, dass sich eine ähnliche Tat auch im eigenen Umfeld abspielen könnte, habe man aber nicht. Man lebe „innerhalb eigener familiärer Strukturen“.

Quelle: RP

 
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