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Wetterbedingte Notlage auf Fehmarn entspannt sich
  Foto: ddp, ddp
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Frost und Schnee in Europa: "Daisy" geht, "Bob" bringt eisige Kälte

zuletzt aktualisiert: 11.01.2010 - 10:22

Schwerin (RPO). Heftiger Schneefall, Eis und auch Hochwasser versetzten ganz Europa am Wochenende in den Ausnahmezustand. In Polen fiel der Strom aus, am Balkan kam es zu Überflutungen und im Norden Deutschlands waren Orte teilweise komplett von der Außenwelt abgeschnitten. Sturmtief "Daisy" zieht jetzt weiter in Richtung Osten – Skandinavienhoch "Bob" sorgt aber in den kommenden Tagen für eisige Temperaturen.

Das große Chaos ist in weiten Teilen Deutschlands ausgeblieben. Ausläufer von "Daisy" bleiben laut Deutschem Wetterdienst (DWD) aber weiterhin über Mitteleuropa liegen, so dass auch in den kommenden Tagen vereinzelt mit Schnee gerechnet werden muss. In der Nacht zum Dienstag ist vor allem der Nordosten betroffen. Im Süden und Südwesten gibt es zeitweise leichten, an der Ostsee sowie am Alpenrand zum Teil auch mäßigen Schneefall.

Zudem sorgt Hoch "Bob" über Skandinavien für Nachschub von Kaltluft. Die Schneedecke bleibt also liegen und bei eisigen Temperaturen bleibt Deutschland fest im Griff des Winters. So erreicht das Thermometer in Küstennähe 0 bis minus 3 Grad, unter dichten Wolken muss im übrigen Land mit minus 3 bis minus 9 Grad gerechnet werden, bei längerem Aufklaren vor allem im Mittelgebirgsraum können die Temperaturen lokal sogar bis unter minus 10 Grad abrutschen. 

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Ostpommern hebt Katastrophenalarm auf

Entwarnung gab es in Nacht insbesondere im Norden und Osten Deutschlands: Der Katastrophenalarm im Landkreis Ostvorpommern wurde in der Nacht aufgehoben, nachdem der Schneefall und die heftigen Winde nachgelassen hatten. Der Schulunterricht fiel in ganz Mecklenburg-Vorpommern wie auch in vier Landkreisen Schleswig-Holsteins aus. Kritisch war weiterhin die Verkehrssituation.

Bildungsministerium lässt Schule ausfallen

Trotz pausenlosen nächtlichen Einsatzes der Winterdienste seien nach wie vor etliche Straßenabschnitte in Mecklenburg-Vorpommern, vor allem auf Nebenstrecken nicht oder nur eingeschränkt befahrbar, teilten Polizei und Einsatzstäbe der Regionen mit. Mit Verspätungen im Berufsverkehr wurde noch landesweit gerechnet. Das Bildungsministerium in Schwerin hatte bereits am Sonntag vorsorglich den Unterricht für Montag landesweit in allen Schulen, einschließlich der Beruflichen Schulen sowie der Schulen in freier Trägerschaft, abgesagt. Lediglich im Bedarfsfall sollte eine Kinderbetreuung an den Schulen gewährleistet werden.

Von Verkehrssperrungen und Einschränkungen betroffen war unter anderem in Ostvorpommern noch die Küstenautobahn 20. Sie war in Fahrtrichtung Stettin zwischen den Anschlüssen Rügenzubringer und Gützkow/Jarmen nur einspurig befahrbar und auch in Fahrtrichtung Lübeck im Bereich Gützkow bis Greifswald noch voll gesperrt. Umleitungen wurden über Landesstraßen vorbereitet. Auch die Bundesstraße 96 war in beiden Richtungen zunächst nur eingeschränkt befahrbar. Schneefräsen und Radlader waren morgens dort noch im Einsatz.

Orte auf Ostseeinseln noch immer nicht erreichbar

Auch im Landkreis Nordwestmecklenburg gab es noch erhebliche Behinderungen auf etlichen Landesstraßen, wie etwa bei Klütz in der Ortslage Hofzumfelde. Auf den Ostseeinseln des Landes sowie im Küstenkreis Bad Doberan waren am Montagmorgen einige kleinere Orte und Ortsteile noch nicht mit Fahrzeugen erreichbar.

Zudem gab es noch immer Streckensperrungen im Zugverkehr. Das betraf unter anderem die Strecken Stralsund-Greifswald-Pasewalk, Neubrandenburg-Güstrow und Karlsburg-Züssow. Zwischen Karlsburg, Wolgast, Heringsdorf und Swinoujscie (Swinemünde) Centrum konnte der Zugverkehr indessen wieder aufgenommen werden. Zwischen Wolgast und Greifswald sowie zwischen Stralsund und Barth fuhr zunächst noch Schienenersatzverkehr.

"Daisy" behindert Berliner S-Bahn-Verkehr

Die Folgen von Sturmtief "Daisy" haben im Berliner Berufsverkehr zu Behinderungen geführt. Bei der S-Bahn gab es witterungsbedingt Weichenstörungen, wie ein Sprecher mitteilte. Der Zugverkehr von der Hauptstadt nach Mecklenburg-Vorpommern war durch die starken Schneefälle am Montag weiter eingeschränkt.

Nach Angaben des Bahn-Sprechers führte eine Weichenstörung in Charlottenburg am Morgen zu Einschränkung auf den Linien S3, 5 und 75. Eine weitere Weichenstörung am Ostbahnhof hatte Behinderungen im Regionalverkehr zur Folge. Es habe Verspätung, aber keine Streckensperrungen gegeben, sagte der Sprecher.

300 Flugstreichungen am Flughafen Frankfurt

Auch am größten deutschen Flughafen in Frankfurt müssen sich die Passagiere am Montag wetterbedingt noch auf Verspätungen und vereinzelte Flugausfälle einstellen. Zwar habe sich der Flugbetrieb nach über 300 Flugstreichungen am Wochenende weitgehend normalisiert, sagte ein Sprecher der Betreibergesellschaft Fraport. Wegen des Winterwetters in weiten Teilen Europas hätten die Fluggesellschaften bis zum frühen Vormittag jedoch 15 Flüge gestrichen. "Wir rechnen hier aber nicht mit wesentlich höheren Zahlen", sagte der Sprecher. Alle drei Rollbahnen seien in Betrieb.

Noch keine Entwarnung auf den Straßen

Auch bundesweit sei die Lage auf den Straßen noch "nirgendwo entspannt", sagte ADAC-Sprecherin Maxi Hartung im ZDF-Morgenmagazin. Einzig im "äußersten Westen geht es noch", fügte die Verkehrsexpertin hinzu. Auf vielen Straßen liege – wie in München – noch eine geschlossene Schneedecke. Es habe zudem "für die Uhrzeit ungewöhnlich viele Unfälle auf den Autobahnen" gegeben. Darunter seien mindestens 20 größere Unfälle gewesen. Wo genau welche Behinderungen auftreten, erfahren Sie aktuell in unserem Staumelder.

Quelle: apd/tim

 
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