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Studie der Krankenkasse DAK
Zehntausende Teenager laut Studie süchtig nach Social Media

DAK-Studie: 100.000 Teenager sind süchtig nach Facebook, WhatsApp oder Instagram
Jugendliche mit Smartphone (Symbolbild). FOTO: dpa, hka sab fdt lof
Berlin. Ständig chatten sie, posten Bilder, liken Beiträge: Nach Einschätzung der DAK sind in Deutschland zehntausende Kinder und Jugendliche abhängig von Facebook, WhatsApp oder Instagram. Die Krankenkasse warnt vor gesundheitlichen Folgen.

Können soziale Medien süchtig machen? Nach einer repräsentativen Umfrage der Krankenkasse DAK unter jungen Leuten gibt es dafür durchaus ein Risiko. Demnach kommen rund 100.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland nicht mehr ohne Social Media aus. Das erläuterte DAK-Vorstandschef Andreas Storm am Donnerstag bei der Präsentation der Studie.

Für die Untersuchung ließ die Krankenkasse 1001 Jungen und Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren von Meinungsforschern befragen. Zugrunde gelegt wurden wissenschaftliche Kriterien aus den Niederlanden anhand eines Fragebogens. Die Ergebnisse rechnete die DAK auf die Bundesrepublik hoch.

Ein Leben ohne Smartphone?

Demnach sind 2,6 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren abhängig von Facebook, WhatsApp oder Instagram. Mädchen sind laut der Studie häufiger betroffen als Jungen. "Die Ergebnisse sind alarmierend", sagte Storm. Folgen der Abhängigkeit sind nach Angaben der Forscher zum Beispiel Schlafmangel, Realitätsflucht und Stress mit den Eltern. 

Ausgewählte Ergebnisse der DAK-Studie im Überblick

Was heißt Social-Media-Sucht? Zu den Kriterien zählen die Forscher des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kinder- und Jugendalters ein ständiges Denken an Freunde-Netzwerke oder Messenger-Dienste im Internet - selbst in der Schule und in der Lehre. Dazu kommen Entzugserscheinungen wie Gereiztheit, Unruhe oder Traurigkeit, wenn das Handy oder andere Empfangsgeräte nicht in der Nähe sind. Unter Kontrollverlust verstehen die Wissenschaftler, dass Teenager unfähig sind, ihre Zeit für soziale Medien selbst zu begrenzen. Auch ihr Verhalten kann sich ändern: Kinder und Jugendliche verlieren zum Beispiel das Interesse an Hobbys. Sie lügen über das Ausmaß ihrer Nutzung sozialer Medien und riskieren Freundschaften, Schulerfolg oder Karrierechancen für ihr Online-Dasein.

Wie viel Zeit geht für Social Media drauf? Die große Mehrheit der Kinder und Jugendlichen (85 Prozent) ist laut Studie jeden Tag insgesamt knapp drei Stunden in sozialen Medien unterwegs - Mädchen mit 182 Minuten etwas häufiger als Jungen (151 Minuten). Abiturienten verbringen etwas weniger Zeit online (149 Minuten) als Teenager mit mittlerem oder niedrigerem Schulabschluss (207 Minuten). Am häufigsten nutzen die Befragten WhatsApp (66 Prozent), vor Instagram (14 Prozent), Snapchat (9 Prozent) und Facebook (2 Prozent).

Wie reagieren Eltern? Wegen der hohen Nutzung sozialer Medien kommt es bei sechs Prozent der befragten jungen Leuten zu häufigen Streit mit ihren Eltern. Bei 16 Prozent gibt es manchmal Auseinandersetzungen. Je jünger die befragten Jungen und Mädchen sind, desto häufiger kracht es. 14 Prozent der 12- und 13-Jährigen nutzen soziale Medien deshalb oft heimlich.

Was sind die Folgen? Knapp jeder fünfte 12- bis 17-Jährige gibt an, wegen der Social-Media-Nutzung manchmal zu wenig zu schlafen (17 Prozent). Bei sechs Prozent kommt dies sehr häufig oder häufig vor. Je älter die befragten Jungen und Mädchen sind, umso eher geben sie an, manchmal wegen sozialer Medien zu wenig zu schlafen. Unter allen befragten Teenagern ergaben sich durch die Antworten für Forscher bei acht Prozent Hinweise auf eine depressive Neigung. Auffällig war, dass jeder dritte Betroffene mit eher depressiver Stimmung auch zu einer problematischen Nutzung sozialer Medien neigte.

(wer/afp/dpa)
 
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