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Nach "Lügenpresse" im Jahr 2014
"Gutmensch" ist das Unwort des Jahres 2015

"Gutmensch" ist Unwort des Jahres
Darmstadt. Das Schlagwort in Zusammenhang mit der Flüchtlingshilfe diffamiere "Toleranz und Hilfsbereitschaft pauschal als naiv, dumm und weltfremd, als Helfersyndrom oder moralischen Imperialismus", hieß es zur Begründung.

Das teilte die Sprecherin der "Unwort"-Jury, die Sprachwissenschaftlerin Nina Janich, in Darmstadt mit. Die Aktion gibt es seit 1991. "Gutmensch" ist damit das 25. "Unwort".

"Die Verwendung dieses Ausdrucks verhindert einen demokratischen Austausch von Sachargumenten", sagte Janich. Der Ausdruck "Gutmensch" wurde 64 Mal und damit am dritthäufigsten eingesendet.

Zum "Unwort des Jahres 2014" war die Parole "Lügenpresse" gewählt worden. Sie wird vor allem vom islam- und fremdenfeindlichen Pegida-Bündnis genutzt. Im Jahr 2013 war "Sozialtourismus" das "Unwort", davor "Opfer-Abo" (2012) und "Döner-Morde" (2011).

Neben dem "Unwort des Jahres" gibt es auch das "Wort des Jahres". Dieser Begriff wird unabhängig von der sprachkritischen Jury mit ihrer Sprecherin in Darmstadt von der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden gewählt. Für 2015 entschied sie sich für den Begriff "Flüchtlinge". Diese Bezeichnung sei im deutschen Wortschatz stark verankert, hieß es zur Begründung. Das Wort "Flüchtlinge" bringe die zentrale gesellschaftliche Diskussion auf den Punkt.

"Unwort des Jahres": Das sind alle Sieger
(lukra / dpa)
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