Trauer bei Ex-Aushilfen: "Das haben die Opfer nicht verdient"
VON JULIA HAGENACKER - zuletzt aktualisiert: 16.08.2007 - 17:32Duisburg (RPO). Das blonde Mädchen mit der braunen Strickjacke hat sich nicht geschminkt, weil ihm immer wieder die Tränen kommen. Müde reibt sich die 20-Jährige die rot verquollenen Augen. „Sie hat die ganze Nacht nicht geschlafen”, sagt ihre Freundin (19), und legt ihr behutsam die Hand auf die Schulter.
„Die Männer die erschossen wurden, haben wir sehr gut gekannt. Im vergangenen Jahr waren wir beide als Aushilfen im ,Da Bruno‘ beschäftigt.” An diesem Nachmittag, einen Tag, nachdem ein Killerkommando der Mafia sechs Männer vor dem schicken Restaurant nahe des Duisburger Hauptbahnhofs tötete, sind die jungen Frauen zum Tatort gekommen, um eine Kerze für die Opfer anzuzünden.
Vor der verschlossenen Tür des Lokals haben die Menschen Blumen und Briefe niedergelegt. Die beiden gebürtigen Italienerinnen knien traurig vor einem rot-weißen Grablichter-Meer. Über ihre Schwester, die bei „Da Bruno” eine dreijährige Ausbildung gemacht habe, sei sie damals an die Aushilfsstelle gekommen, erklärt die 20-Jährige. Ihren Namen will sie lieber nicht nennen. Nur so viel ist sie bereit, zu sagen: „Das waren alles sehr nette Kollegen, liebe Menschen. Das hat niemand verdient, so zu sterben.”
Wie die beiden sind im Laufe des Donnerstags auch viele andere Duisburger zum Tatort gekommen, um sich selbst ein Bild vor Ort zu machen, Kerzen zu hinterlassen oder einen Blick ins Innere des geschlossenen Restaurants zu erhaschen. Im "Da Bruno" selbst hat die Duisburger Polizei die Ermittlungen aufgenommen und die Räume teils mit Spürhunden nach Hinweisen auf das Verbrechen durchsucht.
Hunderte Kilometer weiter südlich hat die italienische Polizei begonnen, in San Luca Fahrzeuge zu kontrollieren und Straßensperren zu errichten. Aus der kalabrischen 4000-Seelen-Gemeinde stamenn die beiden Familien, dessen Fehde nach Ansicht deutscher und italienischer Experten zu dem Sechsfachmord geführt hat.
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