Mit zahlreichen Aktionen soll am Freitag in Köln gegen den am Freitag und Samstag stattfindenden "Anti-Islamisierungs-Kongress" der rechtspopulistischen "Bürgerbewegung Pro Köln" demonstriert werden. Etwa 1000 Kongressteilnehmer und 40.000 Gegner werden erwartet. Wir sagen Ihnen, was an den beiden Tagen passiert.
Freitagvormittag
Um 11.30 Uhr sollte auf einem Rheinschiff eine Pressekonferenz mit den Teilnehmern des Kongresses stattfinden. Unter gewalttätigen Protesten von Demonstranten legt es aber ab und verschwindet.
Freitagmittag
Danach war eine Bustour geplant, auf der "Pro Köln" den Kongress-Teilnehmern angebliche "Brennpunkte des multikulturellen Köln" zeigen wollte. Angesichts massiver Proteste musste auch sie abgesagt werden.
Freitagmittag
Am Mittag bildete sich Menschenkette um die Deutschlandzentrale der Türkisch-Islamischen Union (Ditib) im Stadtteil Ehrenfeld. Dort wird die umstrittene Großmoschee gebaut. Ditib hat zu einer Mahnwache vor der Moschee aufgerufen.
Freitagabend
Am Freitagabend will Pro Köln dann an unbekanntem Ort unter Ausschluss der Öffentlichkeit eine interne Veranstaltung abhalten, auf der auch eine "Erklärung" beraten werde. Im Grunde sei das das einzige Element mit "Kongress-Atmosphäre", so Pro-Köln-Chef Markus Beisicht.
Samstag
Höhepunkt des Kongresses ist am Samstag eine Kundgebung auf dem Heumarkt, einem zentralen Platz in der Innenstadt.
Samstag
Gegen die geplante Kundgebung hat ein breites Bündnis aus Parteien, kirchlichen Verbänden, Gewerkschaften, Migranten-Organisationen und Künstlern zum Protest aufgerufen. Zu dieser Gegen-Kundgebung, die wenige hundert Meter vom Heumarkt entfernt stattfinden soll, erwartet die Polizei mehrere tausend Teilnehmer. Auch Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) will hier auftreten.
Samstag
Davon abgesehen sind noch mehrere andere Gegendemonstrationen geplant. Unter anderem wollen Künstler und Kreative verkleidet unter dem Motto "11 000 Bauchtänzer für Köln" gegen die islamfeindliche Haltung von "Pro Köln" protestieren. Zudem soll es ein "Konzert gegen Rechts" gegen, bei dem prominente Kölner Bands wie BAP, Brings und Klee auftreten wollen. Ein "Bündnis gegen Pro Köln" will zudem mit Sitzblockaden versuchen, rechten Demonstranten den Zugang zum Veranstaltungsort am Kölner Heumarkt zu verwehren.
Samstag
Zu den Protestveranstaltungen am Samstag zählt auch die Neuauflage einer Aktion gegen Rassismus, die in Köln einen fast schon legendären Ruf hat. Kölner Musiker der Initiative "Arsch huh, Zäng ussenander" ("Hintern hoch, Zähne auseinander") wollen vor dem Gürzenich in unmittelbarer Nachbarschaft zur "Pro Köln"-Kundgebung gegen Fremdenfeindlichkeit aufspielen.
Freitag und Samstag
Die Kölner Polizei wird am Wochenende im Dauereinsatz sein. Für sie ist es nach eigenen Angaben der größte Einsatz der vergangenen Jahre. Dazu wurden Bereitschafspolizisten aus dem ganzen Bundesgebiet in Köln zusammengezogen.