Foto: dapd, BKA/Ostthueringer Zeitung
Neben den drei mutmaßlichen Mitgliedern der Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) sind inzwischen zwölf Unterstützer bekannt. Gegen die Personen aus dem Umfeld des Zwickauer Trios ermittelt die Bundesanwaltschaft. In Untersuchungshaft sitzen Beate Zschäpe als einzige Überlebende des Trios sowie fünf mutmaßliche Unterstützer.
UWE MUNDLOS:
Der Professorensohn gilt als intellektueller Kopf der Terrorzelle. Es heißt, er habe gern gelesen und diskutiert. Plumpe Neonazi-Parolen sollen ihm fremd gewesen sein. Auf seinem Schreibtisch soll ein selbstgezeichnetes Porträt von Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß gestanden haben. Am 4. November tötete sich der 38-Jährige selbst in einem Wohnmobil - wohl, um der drohenden Festnahme nach einem Banküberfall zu entgehen.
UWE BÖHNHARDT:
Der 34-Jährige soll ein Waffennarr gewesen sein, der schnell und gerne zuschlug. Er wird als Handlanger von Mundlos beschrieben - mit kurz geschorenem Haar, Bomberjacke und Springerstiefeln. Auch er wurde am 4. November tot in dem ausgebrannten Wohnmobil gefunden, wohl von Mundlos erschossen.
Foto: dpa, Polizei Sachsen
BEATE ZSCHÄPE:
Die inzwischen 37-Jährige soll die stille Frau im Hintergrund der Gruppe gewesen sein. Die gelernte Gärtnerin wuchs alleine bei ihrer Mutter auf. Sie soll zunächst eine Beziehung mit Mundlos, dann mit Böhnhardt gehabt haben. 1998 tauchte sie mit den beiden unter. Nach dem Tod ihrer beiden Komplizen zündete sie die gemeinsame Wohnung an. Zschäpe stellte sich ein paar Tage später der Polizei. Bislang schweigt sie.
CARSTEN S.:
Der 31-Jährige soll eine Schusswaffe und Munition gekauft haben, die über Ralf Wohlleben an das Trio weitergeleitet wurden. Nach den bisherigen Ermittlungen war er zeitweise der einzige aus dem rechtsextremen Umfeld, der direkten Kontakt zur Zelle hatte.
Carsten S. soll früher beim rechtsextremen "Thüringer Heimatschutz" aktiv gewesen sein, aus der die Terrorzelle stammen soll. Er hat sich angeblich aus der rechten Szene gelöst und in Düsseldorf im alternativen Milieu gelebt. Er wurde am 1. Februar in Düsseldorf festgenommen.
MATTHIAS D.:
Der 36-Jährige aus dem sächsischen Erzgebirgskreis wird verdächtigt, für das Neonazi-Trio nach dessen Untertauchen zwei Wohnungen in Zwickau angemietet zu haben. Dadurch habe er es den NSU-Mitgliedern ermöglicht, ein Leben unter falscher Identität zu führen und unentdeckt die Terroranschläge zu verüben, wirft ihm die Bundesanwaltschaft vor. Er wurde am 11. Dezember festgenommen.
Foto: dapd, Daniel Kopatsch
RALF WOHLLEBEN:
Der ehemalige NPD-Funktionär gilt als eine der zentralen Figuren in Thüringens Neonazi-Szene. 1999 trat er in die NPD ein, wurde Kreis- und Vize-Landesvorsitzender. Der 36-Jährige galt als wichtiges Bindeglied zwischen der NPD und gewaltbereiten Neonazis. Er soll dem Neonazi-Trio eine Waffe und Munition besorgt, ihm bei der Flucht in den Untergrund geholfen und es finanziell unterstützt zu haben. Er wurde am 29. November 2011 in Jena festgenommen.
ANDRE E.:
Der 32-Jährige aus Sachsen soll ein Propagandavideo für die mutmaßlichen Terroristen angefertigt und darin deren Morde verherrlicht haben. Als Produzent des Films müsse er ihre Gesinnung geteilt haben, wirft ihm der Generalbundesanwalt vor. Der Inhaber einer Medienfirma wurde am 24. November in Brandenburg bei seinem Zwillingsbruder festgenommen.
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HOLGER G.:
In den 90er Jahren war er in Jena mit dem Trio befreundet und in der dortigen Neonazi-Szene aktiv. Später zog er nach Niedersachsen. Der 37-Jährige soll dem Trio seinen Führerschein und seinen Reisepass überlassen haben. Zudem soll er Wohnmobile für das Trio angemietet haben. Sein Anwalt sagte, G. habe nichts von den Straftaten gewusst. Holger G. wurde am 13. November 2011 festgenommen.