Liechtenstein-Skandal: Datenchaos verhindert Aufklärung
zuletzt aktualisiert: 09.08.2008 - 11:09München (RPO). Den deutschen Steuerfahndern ist mit den Liechtenstein-Dateien brisantes Material in die Hände gefallen. Bislang konnten sie sich aber noch keinen richtigen Überblick verschaffen. Der Grund: Es herrschst ein Datenchaos.
Das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtete vorab, einem Ermittler in Ribnitz-Damgarten in Mecklenburg-Vorpommern zufolge herrsche derzeit ein "heilloses Blätterchaos". Derzeit arbeiteten etwa 15 Fahnder daran, die jüngst an das Rostocker Landgericht übergebenen Kundendaten der Liechtensteinischen Landesbank (LLB) in Computer einzugeben.
Am 1. August waren in Rostock bei einem Prozess gegen drei mutmaßliche Erpresser von einer Anwältin des Hauptangeklagten Unterlagen über LLB-Kunden übergeben worden. Es handelt sich dabei nach Medieninformationen um Konten deutscher Kunden der Vaduzer Bank von 1999 bis 2003. Auf den Konten waren Beträge zwischen 200 000 Euro und 5,5 Millionen Euro deponiert.
Das Magazin schrieb, erst wenn die Bankdaten nach Namen und Adressen geordnet ausgewertet werden, könne genau festgestellt werden, wie viele LLB-Kunden betroffen sind. In den 1850 Seiten tauchten zahlreiche Namen mehrfach auf.
Ein im April in Liechtenstein verurteilter Datendieb habe zwischen Mai und Dezember 2005 versucht, seinen ehemaligen Arbeitgeber LLB um mindestens 18 Millionen Euro zu erpressen, berichtete das Blatt weiter.
Er habe gedroht, Bankdaten an den deutschen Fiskus und an Medien weiterzugeben. Dem Urteil zufolge habe er über "nicht ausgeforschte Mittelsmänner" die Kontenunterlagen an Thomas K. ausgehändigt, der jetzt in Rostock vor Gericht stehe.
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