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Adressen anonymer Chiffre-Kunden im Internet: Datenpanne beim Springer-Verlag

zuletzt aktualisiert: 18.10.2008 - 19:26

Berlin (RPO). Wochenlang waren sensible persönliche Daten von Anzeigenkunden des Axel Springer-Verlags im Internet einsehbar. Das Datenleck war bei einer Tochterfirma des Medienkonzerns aufgetreten. Eine Sprecherin des Verlags bestätigte die Panne.

Der Axel-Springer-Verlag zeichnet wieder junge Journalisten aus. Foto: ddp, ddp

Nach "Spiegel"-Informationen waren über die Hamburger Anzeigenblatt-Tochter WBV Wochenblatt Verlag vom 1. September an wochenlang sensibelste persönliche Daten von Anzeigenkunden über das Internet abrufbar. Datenpannen waren zuvor schon bei der Deutschen Telekom und in der Call-Center-Branche bekanntgeworden.

Springer-Sprecherin Edda Fels bedauerte am Samstag den Vorfall, wies aber auch darauf hin, dass das Datenleck bei einer Tochterfirma aufgetreten sei. Die Kunden der Springer-Blätter seien "in keiner Weise betroffen", sagte Fels der AP. Jetzt werde umgehend geprüft, wie die Anzeigenkunden der Wochenblätter über das inzwischen gestopfte Datenleck informiert werden könnten, und wie Hilfe, zum Beispiel eine neue Telefonnummer, angeboten werden könne.

Laut "Spiegel" ließen sich per einfacher Google-Suche sogar von Kunden, die anonyme Chiffre-Anzeigen etwa in der Rubrik "Heiraten und Bekanntschaften" geschaltet hatten, komplette Datensätze mit Namen, Anschrift, Handynummer und den Kontodaten einsehen. Es seien zunächst "einige tausend" derartiger Datensätze im Internet sichtbar gewesen, erklärte WBV-Geschäftsführer Peter Prawdzik.

Auf den im Netz auffindbaren Formularen waren dem Nachrichtenmagazin zufolge sogar mehr als 18.000 Einträge vermerkt. Die Differenz habe Prawdzik mit Dauerkunden erklärt, die mehrfach erfasst worden seien. Sein Unternehmen habe das Datenleck nach einem ersten Hinweis Ende September sofort behoben.

Dennoch waren laut "Spiegel" über die Google-Cache-Funktion noch bis Freitag Mittag mehrere hundert Kunden-Informationen abrufbar. Es handelte sich vor allem um Inserenten aus dem Hamburger und Berliner Raum, wo Springer jeweils mit rund zwei Dutzend lokalen Anzeigenblättern vertreten ist. Inzwischen sind aber auch die Cache-Daten gelöscht.

Der Datenschutzbeauftragte des Springer-Konzerns hatte die zuständige Hamburger Datenschutzaufsicht kurz nach dem ersten Hinweis auf das Leck informiert. Es sei "bedauerlich, dass so ein Programmierfehler durch unsere Qualitätskontrolle gelaufen ist", heißt es in einem Schreiben an die Aufsicht vom 8. Oktober.

Beim Hamburgischen Datenschutzbeauftragten wird der Fall derzeit untersucht. "Die Prüfung läuft noch, aber wir gehen davon aus, dass es sich hier um einen klaren Verstoß gegen das Bundesdatenschutzgesetz handelt", sagte Evelyn Seiffert, Referentin beim Hamburgischen Datenschutzbeauftragten dem "Spiegel".

Quelle: ap

 
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