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Offenbar noch mehr Menschen betroffen: Datenskandal weitet sich aus

zuletzt aktualisiert: 17.08.2008 - 14:35

Berlin (RPO). Der Skandal um den Missbrauch von Bankdaten nimmt offenbar immer größere Ausmaße an: Der Informant, der eine CD mit 17.000 Daten an die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein geschickt hatte, sagte jetzt, er habe insgesamt 1,5 Millionen solcher Datensätze gesichert.

Der Mann hatte sich vergangene Woche der Polizei gestellt und nach Angaben der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach den Verkauf von Daten gestanden. Laut dem Nachrichtenmagazin "Spiegel" arbeitete der 36-Jährige bei einem Lübecker Call-Center, dessen Geschäftsführer die Daten dem Personal gab. "Ich will, dass solche Machenschaften aufhören, deshalb mache ich sie jetzt öffentlich", wurde der 36-Jährige zitiert. In einem Bericht von vergangener Woche hatte der Mann eine noch höhere Anzahl an Daten genannt: "Es waren bis zu 2,5 Millionen Datensätze - ich habe sie dreimal verkauft", sagte er der "Bild".

Unterdessen ist offenbar eine neue Datensammlung aufgetaucht, wie das Magazin "Focus" berichtete. In den vergangenen Tagen habe im Ruhrgebiet ein Datenhändler 50.000 Adressen mit dazugehörigen Telefonnummern und Bankverbindungen angeboten, schreibt die Zeitschrift. Die Datensätze stammen "Focus" zufolge von zwei Lotterieveranstaltern, einem Mobilfunkanbieter und einer als gemeinnützig anerkannten Spendenorganisation.

Schaar fordert Umdenken der Verbraucher

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar forderte eine neue Kultur des Datenschutzes. Die Verbraucher müssten beim Schutz ihrer persönlichen Angaben umdenken, sagte Schaar dem Deutschlandradio Kultur. Der Missbrauch von Daten müsse zudem schärfer bestraft werden. Nicht nur geringfügige Bußgelder, sondern massive Strafen in Millionenhöhe seien nötig.

Der Verbraucher müsse einen sorglosen und unangemessenen Umgang mit Daten bestrafen, sagte der Datenschützer. Möglich sei beispielsweise, bei bestimmten Unternehmen nicht mehr einzukaufen oder die Bank zu wechseln. "Wir brauchen eine Datenschutzkultur und ein Bewusstsein darüber, dass Daten, die im Internet preisgegeben werden, eine andere Qualität haben als in der herkömmlichen Welt", erklärte Schaar laut Deutschlandradio Kultur. Die Unkenntnis vieler Menschen über die Möglichkeiten des Datenaustausches erschwere oft den Schutz persönlicher Informationen.

Mit Datensätzen wie dem auf der CD können Unternehmen unberechtigt Geld von Konten abbuchen. Verbraucherschützer sehen einen möglichen Zusammenhang mit jüngsten Missbrauchsfällen, die in mehreren Bundesländern bekannt wurden: Dabei hatten Glücksspiel-Anbieter nach Werbeanrufen trotz eindeutiger Absage Geld von Konten abgebucht.

Quelle: ap

 
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