Hochwassergefahr im Osten: Dauerregen lässt Wasserstände steigen
zuletzt aktualisiert: 27.09.2010 - 17:23Dresden (RPO). Wegen der seit Samstag anhaltenden Niederschläge ist die Hochwassergefahr in Teilen Ostdeutschlands gestiegen. Nach dem Dauerregen sei der Pegel einiger Flüsse in Sachsen erhöht. Im Landkreis Görlitz und in Zittau gelte bereits die Alarmstufe 3, sagte eine Sprecherin des Landeshochwasserzentrums am Montag in Dresden. Besonders betroffen seien die Flussgebiete östlich der Elbe. Den Angaben zufolge kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass sich die Hochwassergefahr auf ganz Sachsen ausweitet.
Vor allem das aus Polen und Tschechien kommende Wasser sorge für steigende Pegel, sagte eine Sprecherin des Landratsamtes in Görlitz. Außerdem könne das auf Feldern und Wiesen stehende Wasser nicht abfließen, "weil der Boden keine Feuchtigkeit mehr aufnehmen kann". Die Feuerwehren wurden in Alarmbereitschaft versetzt. In Zittau seien Schlauchboote und Sandsäcke für den Ernstfall geordert worden. Sorgen bereite auch der teils heftige Wind. Umgestürzte Bäume an Gewässern könnten zusätzlich für Überschwemmung sorgen. Der Wetterdienst warnt ebenfalls vor Überflutungen von Straßen. Es könnten auch Erdrutsche auftreten.
In Zittau seien Schlauchboote und Sandsäcke für den Ernstfall geordert worden, sagte Sprecherin Marina Michel. Insgesamt hat der Landkreis nach eigenen Angaben 80.000 Sandsäcke vorrätig. Freiwillige kontrollierten zudem die nach dem Hochwasser Anfang August nur notdürftig reparieren Deiche. Die Lage sei aber nicht mit der bei der Flut vergleichbar. In Görlitz wurden am Montagnachmittag in der Lausitzer Neiße 3,64 Meter gemessen. Vor rund acht Wochen waren es mehr als sieben Meter.
Auch im Süden Brandenburg nimmt die Hochwassergefahr zu. Das Hochwassermeldezentrum in Cottbus gab für die Flüsse Schwarze Elster und für die Spree bei Spremberg Warnungen heraus. Seit Samstag sei in einigen Gebieten im Süden Brandenburgs der durchschnittliche Niederschlag eines ganzen Monats niedergegangen, sagte ein Sprecher des DWD in Potsdam auf dapd-Anfrage. Bis Dienstagmorgen müsse gebietsweise mit mehr als 50 Litern Regen pro Quadratmeter gerechnet werden.
Die Meteorologen haben derweil die Unwetterwarnungen teilweise bis Mittwoch verlängert. So könnten in dieser Zeit bis zu 80 Liter auf den Quadratmeter fallen. Örtlich gab es am Wochenende bereits Regenmengen von 100 Litern. Das ist nach Angaben der Meteorologen der durchschnittliche Monatswert.
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