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DDR-Geheimdienst
Stasi hatte Spitzel unter westdeutschen Neonazis

DDR-Geheimdienst - Stasi hatte einige Spitzel unter westdeutschen Neonazis
FOTO: dapd, Axel Schmidt
Berlin. Die Stasi soll einem Medienbericht zufolge einige Spitzel der in die westdeutsche Neonaziszene eingeschleust haben. Einige davon seien gleichzeitig V-Leute des westdeutschen Verfassungsschutzes gewesen und hätten der Stasi so Einblick in die Arbeitsmethoden der Behörde ermöglicht.

Der DDR-Staatssicherheitsdienst hat einem Medienbericht zufolge die rechtsextreme Szene in der Bundesrepublik mit zahlreichen Spitzeln ausspioniert. Nach Erkenntnissen der Stasi-Unterlagenbehörde habe das Ministerium für Staatssicherheit mindestens 42 Inoffizielle Mitarbeiter unter westdeutschen Neonazis und in deren unmittelbarem Umfeld geführt, berichtete die "Berliner Zeitung" am Donnerstag. Einige der IM seien gleichzeitig V-Leute des westdeutschen Verfassungsschutzes gewesen und hätten der Stasi so Einblick in dessen Arbeit geben können.

Weitere fast 30 Rechtsextremisten waren laut dem Bericht als sogenannte IM-Vorläufe registriert. Das heiße, dass nach mehreren Informationsgesprächen eine Anwerbung als Spitzel vorbereitet worden sei. Der überwiegende Teil der in der rechten Szene geführten Stasi-Spitzel sei in den 80er Jahren angeworben worden.

Der Hauptaugenmerk der Stasi richtete sich laut "Berliner Zeitung" darauf, Anschläge gegen die innerdeutsche Grenze zu verhindern. Entsprechende Pläne seien in den rechtsextremen Gruppen immer wieder im Gespräch gewesen und zum Teil auch umgesetzt worden. Zudem habe das Ministerium für Staatssicherheit verhindern wollen, dass die in den späten 80er Jahren stärker werdende rechte Szene in der DDR ihre Verbindungen zu Gleichgesinnten ausbaue.

(AFP)
 
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