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Debatte über Hamsterkäufe
Wie Sie bei Stromausfall zurecht kommen

Debatte über Hamsterkäufe: Wie bei Stromausfall trotzdem kochen können
Was tun ohne Strom und Wasser? Batterien sind schon mal ein Anfang. FOTO: Christoph Reichwein
Düsseldorf. Der überarbeitete Zivilschutzplan der Bundesregierung rät zu Lebensmittelvorräten für zehn Tage. Aber wie bereitet man sich am besten auf einen Strom- oder Wasserausfall vor? Ein paar Vorschläge.  Von Franziska Hein

Ohne Strom kann man problemlos einige Stunden oder Tage auskommen, ohne fließendes Wasser aus der Leitung ist das hingegen sehr viel schwieriger. Auf der Checkliste des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe stehen neben Empfehlungen für Nahrungsmittel auch technische Hilfsmittel, die einem das Leben im Falle eines Strom- oder Wasserausfalls erleichtern. 

Hygiene gehört zu den wichtigsten Themen, wenn kein Tropfen Wasser mehr aus der Leitung kommt. Hier einige Ratschläge.

  • Campingtoilette: Das Bundesamt empfiehlt eine Campingtoilette, wenn das Wasser für längere Zeit ausfallen sollte. Je nach Modell muss man Chemikalien zur Desinfektion, Ersatzbeutel und Haushaltshandschuhe vorhalten.
  • Einweggeschirr aus Plastik oder Pappe und Einwegbesteck hilft, wenn man nicht spülen kann, aber trotzdem mit der sauberen Gabel essen möchte. 
  • Zähneputzen gelingt bei einem länger andauernden Wasserausfall nur mit Trinkwasser aus der Flasche
  • Wer im Garten Regenwasser in einer Tonne sammelt, kann daraus auch Trinkwasser gewinnen oder es für die Klospülung benutzen.

Ein Stromausfall ist mit einigen kleinen Hilfsmitteln leichter zu ertragen. Am schnellsten helfen Kerzen und Teelichter. Die sollte man ebenso wie Streichhölzer oder Feuerzeuge immer im Haus haben. 

  • Batteriebetriebene Kopfleuchte: Eine Kopflampe ist in jedem gut sortierten Outdoor-Geschäft erhältlich. So bleiben die Hände frei, wenn man sich im Dunkeln zurechtfinden möchte. 
  • Radio: Batteriebetriebene Radios oder mit Kurbelantrieb sind hilfreich, um sich auf dem Laufenden zu halten. Die Behörden kommunizieren im Notfall auch über Rundfunk mit den Bürgern. Ist der Stromausfall flächendeckend und langanhaltend, hilft ein Smartphone nicht mehr weiter.

Lebensmittel zubereiten ohne Strom, ist anspruchsvoll, aber für Menschen mit Campingerfahrung keine Schwierigkeit. Auch hier wird es erst anstrengend, wenn das Trinkwasser ausgeht. Das braucht man, um Kartoffeln oder Nudeln zu garen. 

  • Gaskocher oder Gasherd: Menschen mit einem Gasherd haben bei einem Stromausfall meistens keine Probleme. Es kann vorkommen, dass bei einem Gasherd der Zünder, der den Funken verursacht, elektrisch funktioniert. Dann nimmt man stattdessen ein Stielfeuerzeug oder ein langes Streichholz, damit man sich nicht verbrennt. Eine Ersatz-Gaskartusche sollte man sich besorgen. 
  • Campingkocher funktionieren nicht nur mit Gas, sondern auch mit Spiritus. Auch hier muss man darauf achten, genügend Brennmaterial im Haus zu haben. Ganz ohne Brennmaterial kommt ein Solarkocher aus. 
  • Grill: Wer noch Grillkohle und -anzünder vom letzten Sommer hat, kann auch den Grill anwerfen. Das hilft beim Kochen und wärmt obendrein. Nur in Innenräumen sollte man lieber darauf verzichten. 

Wer kein Feuerzeug hat, kann auch mit einem Zündstahl Feuer machen. Das ist ein Utensil, das in keinem Survival-Kit fehlt. Es ist ein kurzer Stab aus einer Legierung, die einen bestimmten Anteil des Metalls "Cer" enthält. Reibt man mit der rückseitigen Kante eines Messers oder mit einem speziellen Schaber, entstehen durch die Reibungsenergie kleine Funken. Mit dem richtigen Zunder kann man damit sehr leicht ein Feuer machen. 

Fortgeschrittene können auch mit einer Cola-Dose, einem Schokoriegel und Brennmaterial Feuer machen. Zunächst muss man den Dosenboden mit einem Stück Stoff oder dem Zeigefinger glänzend polieren. Die Schokolade hilft dabei als Poliermasse, Zahnpasta kann man auch dafür benutzen. Der Dosenboden wird dadurch zum Parabolspiegel und konzentriert die Lichtstrahlen auf einen Punkt. Durch die Hitze fängt der Zunder an zu brennen.

(heif)
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