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Bei Ausgang in Delmenhorst
Häftling vergewaltigt JVA-Angestellte und bringt sich um

Lingen. Ein wegen sexueller Nötigung verurteilter Strafgefangener hat während eines Freigangs im niedersächsischen Delmenhorst eine Justizmitarbeiterin vergewaltigt. Anschließend beging er Selbstmord.

Der Mann habe die Frau bei einem begleiteten Ausgang in sein familiäres Umfeld in seine Gewalt gebracht und missbraucht, teilte das Justizministerium in Hannover am Dienstag mit. Nach Angaben des Ministeriums hatte der Gefangene zuvor 50 begleitete Ausgänge absolviert, ohne dass es Auffälligkeiten gab. Er habe von Mai 2015 bis Februar 2017 zudem alle Module des Behandlungsprogramms für Sexualstraftäter absolviert.

"Bislang keine Fehler bekannt"

Der Vorgang werde derzeit im Justizministerium geprüft, hieß es. "Bislang sind Regelverstöße oder fachliche Fehler nicht zu erkennen." Die Entscheidung für Vollzugslockerungen beruhten auf einer "Prognoseentscheidung" der zuständigen Justizvollzugsanstalt (JVA). Dabei habe die Sicherheit der Justizmitarbeiter und der Bevölkerung "oberste Priorität".

Der Mann verbüßte dem Ministerium zufolge eine sechsjährige Haftstrafe wegen sexueller Nötigung in der JVA Lingen, die Tat ereignete sich am Montag. Verurteilt worden war der Mann in Spanien, seit Juli 2014 wurde seine Strafe aber in Deutschland vollstreckt. Er war nicht vorbestraft und erstmals in Haft. In weniger als einem Jahr wäre er im August 2018 entlassen worden.

Weitere Angaben zum Geschehen oder zur Identität des Täters und des Opfers machte das Ministerium nicht. Die Frau erhalte "die bestmögliche medizinische und psychologische Betreuung", hieß es. Auch ihre Kollegen in der JVA Lingen würden vom justizeigenen Kriseninterventionsteam psychologisch betreut.

(csr/dpa)
 
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