Neue Wende im Fall des KZ-Schergen: Demjanjuk soll 1947 in Ulm gemordet haben
zuletzt aktualisiert: 14.12.2009 - 14:40Ulm (RPO). Gegen den mutmaßlichen NS-Kriegsverbrecher John Demjanjuk wird nun auch wegen Mordes ermittelt, weil er nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1947 absichtlich im Raum Ulm einen Menschen überfahren haben soll.
Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Ulm bestätigte am Montag Medienberichte, wonach wegen des Vorfalls aus dem Jahr 1947 Ermittlungen laufen. Er konnte keine Angaben dazu machen, ob es sich bei dem Opfer um einen Juden handelte.
Auslöser für die Ermittlungen waren dem Sprecher zufolge "private Recherchen". Das Verfahren soll sobald wie möglich an die Staatsanwaltschaft München übergeben werden. Der 89-jährige Demjanjuk muss sich derzeit in München vor Gericht verantworten.
Die Anklage wirft ihm Beihilfe zum Mord an 27.900 Juden vor. Er soll 1943 ein halbes Jahr lang Wärter im Vernichtungslager Sobibor im damals von Deutschland besetzten Polen gewesen sein.
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