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Superfrost
Der eisige "Claus" regiert Deutschland

Keine Chance der Kälte - Wie Sie im Winter fit bleiben
Keine Chance der Kälte - Wie Sie im Winter fit bleiben FOTO: AP
Essen (rpo). Der Winter führt in Deutschland weiterhin ein eisiges Regiment. Hochdruckgebiet "Claus" hat Deutschland fest im Griff. In Brandenburg erfror ein 63-Jähriger in seinem ungeheizten Haus, in Norddeutschland kam es zu schweren Bränden, als Hausbesitzer eingefrorene Leitungen auftauen wollten. In Stuttgart musste die Polizei festgefrorene Schwäne und Enten befreien.

In den kommenden Tagen soll es etwas wärmer werden, es bleibt aber nach einer kurzen Frostabschwächung bei strengen winterlichen Temperaturen. Dazu soll es auch wieder schneien.

Der 63-jährige Kältetote wurde im brandenburgischen Großräschen am Montagnachmittag von seinem Nachbarn reglos in seinem baufälligen Haus entdeckt, in dem minus 15 Grad herrschten. Er wurde sofort in ein Klinikum eingeliefert, wo er jedoch am Abend an den Folgen seiner extremen Unterkühlung starb.

Minus 29,1 Grad in Bayern

Am kältesten war es in der Nacht zum Dienstag nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes mit minus 20,7 Grad im vorpommerschen Anklam. Der private Wetterdienst Meteomedia meldete aus der bayerischen Ortschaft Haidmühle sogar minus 29,1 Grad. In der Osthälfte Deutschlands lagen die Temperaturen verbreitet um minus 15 Grad, an Elbe und Weser sanken sie auf minus 12 bis minus 15 Grad und in Bayern auf minus 12 bis minus 17 Grad. Am mildesten war es im Rheinland mit rund minus 5 Grad.

In Mecklenburg-Vorpommern wurde eine der zwei Hafenzufahrten nach Stralsund geschlossen. In Niedersachsen wurde der Elbeseitenkanal gesperrt, in Sachsen-Anhalt Abschnitte des Mittellandkanals und in Bayern der Rhein-Main-Donau-Kanal. Kurz vor Hamburg hielten Eisbrecher die Elbe frei, um einen Stau wegen Eisschollen zu verhindern.

In Norddeutschland kam es beim Versuch, eingefrorene Leitungen aufzutauen, zu zwei schweren Bränden: In Fincken im mecklenburgischen Müritzkreis wollte ein Mann mit einem Fön eine Wasserleitung auftauen und setzte dabei ein Haus in Brand. In Pinneberg bei Hamburg wollten Handwerker auf einem Bauernhof mit einem Bunsenbrenner die eingefrorene Heizung wieder in Gang bringen, wobei eine mit Reet gefüllte Zwischenwand in Brand geriet.

Tiere leiden unter Frost

Auch Tiere leiden unter dem ungewohnten Frost: In Stuttgart befreite die Polizei auf einem See mehrere festgefrorene Schwäne und Enten. Im Dresdner Zoo mussten 21 Pinguine ins warme Winterquartier umziehen.

Die Kälte sorgte für einen Pannenrekord auf den deutschen Straßen. Der ADAC wurde nach eigener Aussage zu 23.258 liegen gebliebenen Autos gerufen. Dies sei seit der Erfassung der täglichen Hilferufe die höchste Einsatzzahl der "Gelben Engel", teilte der Automobilclub mit. Häufigste Ursachen waren defekte Batterien und eingefrorene Kühler.

Schnee von Norden

Für die kommenden Tage sagt der Deutsche Wetterdienst leicht steigende Temperaturen vorher, allerdings verschwindet auch der strahlende Sonnenschein. Die Nacht zum (morgigen) Mittwoch soll noch klar bleiben, so dass die Temperaturen im Süden und Osten wieder auf minus 15 Grad und tiefer fallen können. Am Tag soll dann von Norden her ein Schneefallgebiet in den Norden und Osten ziehen. Nach Westen hin kann es Regen oder gefrierenden Regen mit Glatteis geben, im übrigen Land soll es teils heiter, teils bewölkt sein. Die Höchstwerte liegen zwischen 0 und minus 5 Grad.

In der Nacht zum Donnerstag wandert der Schnee in den Süden Deutschlands. Der Donnerstag bringt dem Osten und Südosten Schnee, sonst vor allem im Nordwesten größere Wolkenauflockerungen bei Temperaturen zwischen 0 und minus 6 Grad.

(afp)
 
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