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Nach Verbot in der Türkei
Deutsche Ausgabe der türkischen Zeitung "Zaman" eingestellt

Deutsche Ausgabe der türkischen Zeitung "Zaman" eingestellt
Erdogan ließ in der Türkei zahlreiche Zeitungen verbieten. Die Folgen sind auch in Deutschland spürbar. FOTO: ap, BO
Offenbach/Berlin. Nach der von der türkischen Regierung im Juli verfügten "Zaman"-Schließung gebe es keine wirtschaftliche Basis mehr, sagte Kolumnist Süleyman Bag.

Die Zeitung mit Firmensitz in Offenbach, die es seit 1990 in Deutschland gab, hatte ihre Redaktion 2011 nach Berlin verlegt. "Zaman" ist aus der Hizmet-Bewegung des Predigers Fetullah Gülen hervorgegangen. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat Gülen für den Putschversuch Mitte Juli verantwortlich gemacht und in der Folge Zehntausende von Menschen verhaften lassen und aus dem Staatsdienst entfernt.

Fehlende Anzeigenerlöse und politischer Druck

Dag sprach von einer "Hexenjagd" auf die Gülen-Bewegung. Die türkische "Zaman" habe rund 70 Prozent des Inhalts für die deutsche Ausgabe geliefert. Dem Blatt mit zuletzt rund sieben redaktionell Beschäftigten seien nach den Vorgängen in der Türkei auch die Anzeigen weggebrochen. Bereits in den vergangenen Jahren habe es politischen Druck auch auf die deutschen Abonnenten gegeben. Zuletzt habe "Zaman" hier eine Auflage von rund 8000 gehabt. Eine PDF-Onlineversion des Blatts soll es noch bis Ende des Jahres geben.

(bur/dpa)
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