Krankenhausreport 2010: Deutsche kürzer und öfter in Kliniken
zuletzt aktualisiert: 27.07.2010 - 14:44Berlin (RPO). Krankenhausaufenthalte in Deutschland sind immer kürzer. Dafür werden Patienten tendenziell häufiger in Kliniken eingewiesen. Das geht aus dem "Krankenhausreport 2010" hervor, den die Krankenkasse Barmer GEK am Dienstag in Berlin vorstellte. Vor allem die Zahl der Knie- und Hüftgelenksoperationen steigt an, so der Chef der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Rudolf Henke.
Die Verweildauer in den Krankenhäusern ging auf durchschnittlich 8,48 Tage je Fall zurück. Im Vorjahr hatte sie noch bei 8,6 Tagen gelegen. Am kürzesten seien die Krankenhausaufenthalte in Niedersachsen, Thüringen und Bayern, am längsten in Berlin, Sachsen und Hamburg. Gleichzeitig stieg die Zahl der Krankenhausaufenthalte von 182 auf 186 Einweisungen je 1000 Versicherter.
Mehr Operationen an Knie- und Hüftgelenken
Der Chef der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Rudolf Henke, hat den Anstieg der Knie- und Hüftgelenksoperationen in den vergangenen Jahren rechtfertigt. "Die Bereitschaft der Menschen, sich mit Schmerzen und Bewegungseinschränkungen abzufinden, geht zurück", sagte Henke der unserer Redaktion. Henke reagierte damit auf den heute veröffentlichten Krankenhausreport der Barmer/GEK. Den erneuten Anstieg der Fallzahlen im Krankenhaus bei kürzerer Verweildauer der Patienten wertete Henke, der zugleich CDU-Bundestagsabgeordneter ist, als "Riesenkompliment an die Produktivitätssteigerung im Krankenhaus".
Häufigster Einweisungsgrund: Psychische Störungen
Häufigste Ursache für eine Einweisung sind psychische Störungen. Sie hätten mit 17,2 Prozent aller Diagnosen inzwischen Herz- und Kreislauferkrankungen von der Spitzenposition verdrängt. Vor allem Depressionen in Verbindung mit Alkohol stellten zunehmend ein Problem dar, sagte Friedrich Wilhelm Schwartz, Vorsitzender des Instituts für Sozialmedizin, bei der Pressekonferenz. "Alkohol ist vor allem bei Männern im mittleren Alter mit Abstand der wichtigste Einweisungsgrund. Hier ist die vor allem die Politik gefragt das Problem in den Fokus zu nehmen," betonte Schwartz. Der Anteil der psychischen Störungen an den stationären Behandlungen habe sich im Vergleich zu 1990 mehr als verdoppelt.
Der Krankenhausreport 2010 erfasst die Daten von 8,5 Millionen gesetzlich Krankenversicherten. Die Barmer GEK ist die größte gesetzliche Krankenkasse in Deutschlands. Sie war zum 1. Januar 2010 aus der Fusion von Barmer und der Gmünder Ersatzkasse (GEK) hervorgegangen.
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