Wertvorstellungen zu Familie und Beruf: Deutsche und Ausländer denken ähnlich
zuletzt aktualisiert: 22.12.2010 - 13:07Gütersloh (RPO). Beim Thema Familie und Beruf gibt es unter Bürgern mit und ohne Migrationshintergrund mehr Gemeinsamkeiten als Trennendes. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Mittwoch in Gütersloh vorgestellte Umfrage von tns-Emnid im Auftrag der Bertelsmann Stiftung.
So lehnen etwa 74 Prozent der Befragten mit ausländischen Wurzeln und 70 Prozent derjenigen ohne Migrationshintergrund das Bild der nicht berufstätigen Mutter, die sich um die Kinder kümmert, ab. 57 Prozent der Migranten und 61 Prozent der Deutschstämmigen sehen eine schlechte Vereinbarkeit von Familie und Beruf als Problem für die Berufstätigkeit von Frauen an.
Gleichauf liegen laut Studie die Bürger mit deutscher und mit ausländischer Herkunft auch in ihrer Einschätzung darüber, wer die Hausarbeit verrichtet. Unabhängig von ihrer Herkunft geben rund die Hälfte der Befragten an, dass diese "überwiegend" oder "fast ausschließlich" in den Händen der Frau liegt. Überraschend aber die Antworten auf die Frage, was die Männer diesbezüglich leisten. 41 Prozent der Männer mit ausländischen Wurzeln sehen Hausarbeit als gemeinsame Aufgabe an; unter den Nichtmigranten waren laut Umfrage lediglich 35 Prozent dieser Ansicht. Dieses Ergebnis stehe im Gegensatz zu landläufigen Vorurteilen, hieß es.
Unterschiede beid er Karriere
Unterschiede bringt die Umfrage auch hinsichtlich der Karriereorientierung zutage. Von den Berufstätigen mit Migrationshintergrund stimmten 58 Prozent "stark" der Aussage "Ich möchte beruflich weiterkommen" zu. Unter den Deutschstämmigen waren es dagegen 45 Prozent. Besonders junge Migranten seien stark leistungs- und erfolgsorientiert, hieß es.
In dieser Altersgruppe machten 75 Prozent von ihnen die betreffende Angabe, von den gleichaltrigen deutschstämmigen Befragten jedoch nur 64 Prozent. Für die repräsentative Umfrage hatte das Meinungsforschungsinstitut tns-Emnid laut Angaben 896 Personen ohne und 1.001 Personen mit Migrationshintergrund befragt.
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