Empfehlung des Wissenschaftsrats: Deutsche Universitäten sollen Imame ausbilden
zuletzt aktualisiert: 30.01.2010 - 09:28München (RPO). Einem Zeitungsbericht zufolge sollen an deutschen Hochschulen künftig Imame und islamische Religionslehrer ausgebildet werden. Dazu habe der Wissenschaftsrat am Freitag Empfehlungen verabschiedet. Offiziell sollen die Pläne am Montag vorgestellt werden.
Nach einem Vorabbericht der "Süddeutschen Zeitung" dringt das Gremium auf einen massiven Ausbau von Islam-Instituten an staatlichen Hochschulen.
Das Blatt berichtete, an zwei bis drei Universitäten sollten den Plänen zufolge große Institute für "Islamische Studien" entstehen. Bisher gebe es in Deutschland zwar islamwissenschaftliche Lehrstühle, eine bekenntnisorientierte Forschung und Lehre zum Islam fehle dagegen weitgehend.
Da es im Islam keine Kirchenstruktur gibt, empfehle der Wissenschaftsrat, "Beiräte für Islamische Studien" für die Mitsprache der Muslime einzurichten. Ihnen sollten muslimische Verbandsvertreter angehören, außerdem islamische Gelehrte und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens.
Sie sollten bei der Gestaltung der Studiengänge und der Auswahl von Wissenschaftlern mitbestimmen. Aus religiösen Gründen könnten sie dann auch Einwände gegen Bewerber erheben.
Der Vorsitzende des Islamrats, Ali Kizilkaya, sagte der Zeitung, seine Organisation habe großes Interesse an Imamen, die in Deutschland ausgebildet wurden. "Sie kennen die Verhältnisse und die Menschen hier besser", betonte er. Bisher rekrutieren fast alle Moscheegemeinden in Deutschland ihre Vorsteher aus dem Ausland, meist aus der Türkei.
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