Mit einem Schilfboot über den Atlantik: Deutscher Abenteurer plant neue Expedition
zuletzt aktualisiert: 08.09.2007 - 18:47Erfurt (RPO). Der deutsche Abenteurer Dominique Görlitz will noch einmal versuchen, mit einem selbstgebauten Schilfboot den Atlantik zu überqueren. Erst in der vergangenen Woche war er mit seinem Team mit einem solchen Versuch gescheitert.
Jetzt will er aus den Erfahrungen der nach 56 Tagen abgebrochenen "Abora-III"-Expedition lernen, wie er der "Thüringer Allgemeinen" sagte. "Wir erlebten, wie sich bestimmte Konstruktionen unter Sturm in hoher See bewährten, andere wiederum den Belastungen des Nordatlantiks nicht standhielten", sagte er. "Die Erfahrungen aus unserer 2.200 Meilen langen Expedition liefern uns neue Erkenntnisse über die Ausbreitungsmöglichkeiten vorzeitlicher Kulturvölker."
Die "Abora III" war am 11. Juli mit zwei Frauen und neun Männern an Bord in New York in See gestochen. Ziel waren die Azoren und dann das spanische Festland. Nachdem heftige Stürme das Schilfboot beschädigt hatten, gab die Crew in der vergangenen Woche auf und stieg in ein Beiboot um. Sie wurde am Montag auf den Azoren erwartet.
Görlitz' zwölf Meter langes und zehn Tonnen schweres Boot wurde teilweise von bolivianischen Aymara-Indianern in einer Werft in New Jersey gebaut, die noch heute mit Schilfbooten auf dem Titicaca-See fahren. Der 40-jährige ehemalige Lehrer aus Chemnitz wollte mit der Fahrt nachweisen, dass 12.000 Jahre vor der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus bereits prähistorische Seeleute in der Lage waren, den Atlantik in beide Richtungen zu überqueren. Er wandelte dabei auf den Spuren des norwegischen Forschers Thor Heyerdahl, der 1947 mit einem Balsa-Schiff von Peru in 101 Tagen nach Polynesien fuhr.
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