Der erste Schnee ist da: Deutschland startet in die Wintersaison
zuletzt aktualisiert: 18.10.2010 - 13:28Schierke/Feldberg (RPO). Mitte Oktober sind im Oberharz und im Schwarzwald in der Nacht zum Sonntag die ersten Schneeflocken gefallen. Verantwortlich dafür ist das Tief Roswitha, das kalte Polarluft nach Deutschland treibt. In den kommenden Tagen wird es voraussichtlich noch kälter. Für den Nordwesten Deutschlands sind für den Nachmittag dichte Wolken vorhergesagt.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) meldet am Montag für den Süden und Südosten Wolken, am Alpenrand bedeckt und zeitweise etwas Regen, oberhalb etwa 1000 Meter Schnee.
Ab Nachmittags sollen im Nordwesten dichte Wolken aufziehen, zum Abend an der Nordsee Regen. Höchstwerte im Voralpenland um sechs Grad, sonst zwischen sechs und zehn Grad, den Rhein entlang etwa elf Grad. Anfangs schwacher Wind, nachmittags im Norden aus südwestlicher Richtung auffrischend, an der See starke Böen.
Auf dem Feldberg im Schwarzwald wurden vier Zentimeter Neuschnee gemessen, wie ein Sprecher des DWD sagte. Auch am Sonntagnachmittag wurden auf dem knapp 1500 Meter hohen Berg Schneeschauer beobachtet. Die Temperatur lag bei minus einem Grad.
Schnee im Oktober durchaus normal
Dieser "frühwinterliche Charakter" sei Mitte Oktober allerdings "durchaus normal", hieß es. Verantwortlich für die ersten herbstlichen Schneeflocken ist nach DWD-Angaben das Tief Roswitha, das Deutschland zunehmend mit polarer Meeresluft versorgt.
Auch auf dem höchsten Berg Norddeutschlands und des Mittelgebirges Harz, dem Brocken in Sachsen-Anhalt, gab es den ersten Schnee in diesem Herbst. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt seien fünf Zentimeter gefallen, sagte eine Sprecherin des Brockenhotels auf dapd-Anfrage. Der Schnee bleibe jedoch aufgrund von Tauwetter nicht liegen. Für diese Jahreszeit ist Schneefall auf dem Brocken nichts Ungewöhnliches. Besucher des 1.142 Meter hohen Harzgipfels hatten am Sonntag keine Sicht, da der Brocken im Nebel lag.
Im Oberharz blieb bei einem Grad über dem Gefrierpunkt noch nicht viel liegen, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag in Braunlage auf dapd-Anfrage. Die Straßen blieben frei. Es habe weder Verkehrsbehinderungen noch Unfälle gegeben. Im etwa 800 Meter hohen Torfhaus in der Bergstadt Altenau im Landkreis Goslar sei die Schneelage ebenso "unbedeutend" gewesen.
Tief Roswitha war laut DWD am Freitag über der Nordsee am Rande eines skandinavischen Tiefdruckkomplexes entstanden. Dadurch sank die Schneefallgrenze am Sonntag besonders in den westlichen Mittelgebirgen noch weiter auf 1000 bis 700 Meter ab.
In der Nacht zum Montag sollte es laut DWD dort, wo die Wolken auflockern, verbreitet Frost bis örtlich minus drei Grad Celsius geben. Örtlich musste mit Straßenglätte gerechnet werden. Im Laufe des Montags kündigte ein weiterer Tiefausläufer erneut Regen für den Norden an. Auch in den kommenden Tagen bleibt es wechselhaft, kühl und regnerisch.
Die Aussichten versprechen keine Besserung. "Meist dominieren die Wolken, zeitweise fällt Regen, und die Schneefallgrenze kommt vorübergehend sogar bis in die mittleren Mittelgebirgslagen herunter, in Alpennähe teils bis in die Niederungen", teilte der Deutsche Wetterdienst am Sonntag in Offenbach mit. Damit wird es zur Wochenmitte auch noch etwas kälter, die Höchstwerte bleiben meist unter zehn Grad. Nachts ist mit Bodenfrost oder gar Frost zu rechnen.
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