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Deutschland, Tschechien, Österreich
Polizei zerschlägt internationalen Drogenhändlerring

Deutschland, Tschechien, Österreich: Polizei zerschlägt internationalen Drogenhändlerring
Geld, Waffen und Drogen fanden die Ermittler bei der Razzia. FOTO: dpa, jes
Halle. In einer monatelangen grenzüberschreitenden Ermittlungsaktion haben Sicherheitskräfte aus Deutschland, Tschechien und Österreich einen Drogenhändlerring zerschlagen und zwei Großlabore zur Herstellung der Droge Crystal Meth lahmgelegt.

Außerdem sei Rauschgift im Straßenverkaufswert von rund acht Millionen Euro beschlagnahmt worden, berichtete die Polizei in Halle in Sachsen-Anhalt am Mittwoch. Demnach wurden 19 Verdächtige festgenommen.

Das Netzwerk aus Drogenherstellern, Logistikern, Kurieren und Verkäufern soll demnach in erster Linie Rauschgift für den ostdeutschen Raum und Österreich vertrieben haben. Die beiden Großlabore mit einem geschätzten Produktionsvolumen von jeweils 50 bis hundert Kilogramm Crystal Meth pro Woche wurden samt Drogen und Grundstoffen in Tschechien und in den Niederlanden entdeckt. Geleitet wurde die Aktion von einem internationalem Ermittlerteam.

250 Beamte allein in Sachen-Anhalt im Einsatz

Zum Abschluss der Ermittlungen gab es den Beamten in Halle zufolge am Mittwoch noch einmal eine Großrazzia, bei der acht Verdächtige festgenommen wurden, fünf davon im südlichen Sachsen-Anhalt. Bei ihnen handelte es sich demnach um Deutsche und Bosnier im Alter zwischen 35 und 47 Jahren. Allein in dem Bundesland waren 250 Beamte im Einsatz.

Begonnen hatten die Ermittlungen demnach im Juli 2014, als Spezialisten der Polizei in Halle erste Hinweise auf Einfuhren der synthetischen Droge Crystal Meth aus Tschechien nach Deutschland erhielten. Diese führten zu einer bosnisch-albanischen Tätergruppe, die teils aus dem Nachbarland heraus agierte. Daraufhin wurden auch in Tschechien sowie in Österreich Ermittlungen aufgenommen, die die Behörden dabei eng miteinander abstimmten.

Vertrag zum Austausch von Beweismitteln

Bereits in den vergangenen neun Monaten fanden demnach mehrere Zugriffe statt, bei denen unter anderem kiloweise Drogen und die beiden Labore beschlagnahmt sowie mehrere Kuriere und Dealer festgenommen wurden. Bei den Durchsuchungen am Mittwoch fanden die Beamten zudem Waffen, mehrere hundert Schuss Munition, mehrere zehntausend Euro sowie Diebesgut.

In dem internationalen Koordinierungsteam arbeiteten 30 Ermittler aus drei Ländern zusammen. Es wurde im Oktober 2015 eingerichtet, als die operativen Maßnahmen gegen die Gruppe immer komplexer wurden. Die zuständigen Staatsanwaltschaften aus Deutschland, Tschechien und Österreich schlossen einen entsprechenden Vertrag, etwa zum Austausch von Beweismitteln. Ermöglicht wird dies durch die Rechtshilferegelungen innerhalb der EU.

(mre/AFP)
 
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