Ausstellung: Die Bahn und ihre NS-Geschichte
zuletzt aktualisiert: 23.01.2008 - 15:09Berlin (RPO). "Sonderzüge in den Tod" - so lautet der Titel einer Sonderausstellung der Deutschen Bahn. Thema ist die Rolle der Reichsbahn im Dritten Reich. In erster Linie geht es um die Deportation jüdischer Gefangener in die Konzentrationslager.
Die Ausstellung "Sonderzüge in den Tod - Deportationen mit der Deutschen Reichsbahn" im Bahnhof am Potsdamer Platz zeigt Dokumente, Fotos und Zeitzeugeninterviews aus der NS-Zeit. Sie erläutern die Mitwirkung der Reichsbahn am Holocaust und dem Vernichtungskrieg der Nationalsozialisten.
Die Ausstellung wurde nach Konzernangaben in den vergangenen zwölf Monaten von Historikern der Bahn und dem Berliner Centrum Judaicum erstellt. Bilder und Dokumente lieferten auch Beate und Serge Klarsfeld vom Verein "Fils et Filles des Deportes Juifs de France".
Nach Aussage von Bahn-Personalvorstand Margret Suckale spielte die Reichsbahn "ohne Zweifel eine tragende Rolle beim nationalsozialistischen Völkermord". Suckale wörtlich: "Sie war in den NS-Staat integriert und hat seine verbrecherischen Aufträge erfüllt." Die Ausstellung soll laut DB in diesem Jahr in bis zu zwölf deutschen Städten gezeigt werden. Geplant sei, die Schau jeweils auf den Bahnhöfen der Städte zu präsentieren, so Unternehmens-Historikerin Susanne Kill.
Über Jahre hatte die Bahn mit den Initiatoren einer anderen Ausstellung über deren Präsentation auf deutschen Bahnhöfen gestritten. Bahn-Chef Hartmut Mehdorn lehnte wiederholt die Zurschaustellung auf deutschen Bahnhöfen ab.
Die Ausstellung sei ein "Signal an die Überlebenden und an die Kinder der Deportierten, dass das Schicksal jener Opfer nicht in Vergessenheit gerät", sagte die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, zur Eröffnung am Bahnhof Potsdamer Platz. Die sogenannten "Sonderzüge" der Reichsbahn hätten die Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten logistisch möglich gemacht. Laut Forschern hat die Reichsbahn rund drei Millionen Menschen in Vernichtungslager gefahren.
Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) sagte, es sei wichtig, dass die Auseinandersetzung mit Verbrechen der Nationalsozialisten an einem öffentlichen Ort stattfinde: "Die Diktatur hat sich im Alltag abgespielt, dort muss auch ihre Auseinandersetzung sie in der Gegenwart erfahren."
Die Ausstellung ist vom 23. Januar bis 11. Februar im Bahnhof Potsdamer Platz zu sehen. Anschließend wird sie in Halle gezeigt.
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