Nazi-Jäger auf der Spur des NS-Verbrechers: Die Luft für "Dr. Tod" wird dünner
zuletzt aktualisiert: 15.07.2008 - 07:49Buenes Aires (RPO). Er ist einer der letzten NS-Verbrecher, der bis heute ungestraft sein Leben leben darf. SS-Arzt Aribert Heim, der als "Dr. Tod" im Konzentrationslager Mauthausen traurige Berühmtheit erlangte, soll sich in Chile aufhalten. Die Nazi-Jäger des Simon-Wiesenthal-Zentrum sind dem Österreicher nach eigenen Angaben auf der Spur. Zieht sich die Schlinge endlich zu?
Der Leiter der jüdischen Menschenrechtsorganisation, Efraim Zuroff, sagte am Montag zum Abschluss einer Südamerikareise, es gebe Hinweise, dass der heute 94-jährige frühere SS-Arzt in der Umgebung der chilenischen Stadt Puerto Montt oder dem 160 Kilometer entfernten San Carlos de Bariloche in Argentinien lebe.
Zuroff hatte seit vergangenen Mittwoch nach Hinweisen auf den Österreicher Heim gesucht, der im KZ Mauthausen als "Dr. Tod" und "Schlächter von Mauthausen" berüchtigt war. Er traf dabei auch mit dem Bürgermeister von San Carlos, Marcelo Gascon, zusammen.
Zuroff sagte, er sei davon überzeugt, dass es Menschen gebe, die wüssten, wo Heim sich aufhalten. "Eine Person in diesem Alter kann nicht auf sich alleine gestellt leben", sagte er. Offensichtlich müsse es Leute geben, die nach ihm sehen und ihm helfen. "Was wir erwartet haben zu erreichen - die Voraussetzungen für seine Festnahme in den nächsten Wochen, höchsten Monaten zu schaffen - war bisher erfolgreich", sagte Zuroff.
Ein Hinweis darauf, dass Heim noch lebe, sei ein millionenschweres Bankkonto auf seinen Namen und andere Investitionen, die bisher niemand beansprucht habe. Um Ansprüche auf dieses Vermögen einzufordern müsse ein Erbe einen Beweis vorlegen, dass Heim gestorben sei.
Heim soll 1941 als SS-Arzt im Konzentrationslager Mauthausen zahlreiche Häftlinge grausam gefoltert und getötet haben. "Von allen Lagerärzten in Mauthausen war Heim der schrecklichste", sagte ein politischer Gefangener 1949 aus. Die Aussage wird in einem österreichischen Haftbefehl für Heim zitiert.
Er arbeitete nach dem Krieg als Arzt in Süddeutschland. Als 1962 Anklage gegen ihn erhoben wurde, tauchte er unter. In Puerto Montt lebte eine seiner Töchter seit den 60er Jahren.
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