Vereitelter Amoklauf in Gymnasium bei Bonn: Die Pannen von St. Augustin
VON GERHARD VOOGT - zuletzt aktualisiert: 20.05.2009 - 09:26Düsseldorf (RP). Die Bonner Staatsanwaltschaft schließt nach dem geplanten Amoklauf in Sankt Augustin Ermittlungen gegen den Schulpsychologen nicht aus, der bereits vor der Tat über psychische Probleme der 16-jährigen Attentäterin informiert worden war. "Wir müssen uns mit seinem Verhalten befassen", sagte ein Sprecher der Ermittlungsbehörde.
Ob ein strafrechtlich relevantes Fehlverhalten vorliege, sei noch unklar. Heute befasst sich der Schulausschuss des Düsseldorfer Landtags mit den Konsequenzen aus dem geplanten Amoklauf. Eine 16-jährige Schülerin hatte am 11. Mai offenbar einen Brandanschlag auf das Albert-Einstein-Gymnasium in Sankt Augustin geplant.
Als sie auf der Toilette von einer 17-jährigen Mitschülerin bei der Vorbereitung gestört wurde, ging die Täterin mit einem Messer auf die Zeugin los und verletzte sie schwer. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Mordes. Hätte das Drama verhindert werden können?
Sigrid Beer, die schulpolitische Sprecherin der Grünen, verlangt von Schulministerin Barbara Sommer (CDU) Aufklärung über die Rolle des eingeschalteten Schulpsychologen. Der war nach Hinweisen von Schülern über einen angekündigten Suizidversuch zu dem Ergebnis gekommen, eine "Fremdgefährdung" liege nicht vor. "Es stellt sich die Frage, ob hier nach Aktenlage entschieden wurde", sagte Beer.
Nach dem Amoklauf von Winnenenden im März 2009 waren auch 19 Schulpsychologen aus NRW im Einsatz. Gestern bedankte sich Baden-Württembergs Kultusminister Helmut Rau in Düsseldorf persönlich für ihre Unterstützung.
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