Kommentar zur Flughafen-Panne in München: Die Sicherheitstechnik hilft uns nicht weiter
VON MARTIN KESSLER - zuletzt aktualisiert: 22.01.2010 - 09:53Düsseldorf (RP). Eines haben die internationalen Terroristen erreicht. Schon kleine Zwischenfälle, die den Sicherheitsdiensten an den Flughäfen entgleiten, können gewaltige Folgen haben. Ein offenbar eiliger Fluggast, dessen Laptop wohl aus Versehen Sprengstoff-Alarm ausgelöst hatte, legte für mehrere Stunden den Terminal II des Münchner Flughafens lahm.
Der Fall zeigt zweierlei. Wir investieren mit gewaltigem Aufwand in immer mehr Sicherheit, bauen riesige Absperrungen auf und reagieren auf jedes neue Ereignis mit noch größeren Barrieren. Zugleich gelingt es mit verhältnismäßig einfachen Mitteln, die Sicherheitslücken des angeblich allumfassenden Systems aufzudecken. So zuletzt der vielleicht harmlose Passagier in München.
Wir sollten uns von der gigantischen Sicherheitstechnik verabschieden und – wie die Israelis – mehr auf die Menschen schauen, die unsere Sicherheit gefährden könnten. Offenbar gibt es einen Unterschied, ob jemand mit Familie unterwegs ist oder allein reist, ob er viel oder wenig Gepäck hat oder ob er zu Auffälligkeiten neigt oder nicht. Die unter besonderer Bedrohung von Attentätern lebenden Israelis haben damit gute Erfahrungen gemacht. Das könnte auch unser Sicherheitssystem intelligenter machen.
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