Computer und Haustiere beliebt: Diese Wünsche erreichen das Christkindpostamt
zuletzt aktualisiert: 22.11.2011 - 12:01Himmelpforten (RPO). Im Christkindpostamt von Himmelpforten (Landkreis Stade) stapeln sich in diesen Tagen wieder Briefe von Kindern aus aller Welt. Ganz oben auf den Wunschzetteln stehen Mobiltelefone, Notebooks und Computerspiele.
"Der Trend zur Elektronik ist seit Jahren ungebrochen", sagt Wolfgang Dipper. Der 51-Jährige beantwortet seit Dienstag mit 30 Helfern die Anfragen an den Weihnachtsmann. "Und zwar immer noch mit der Hand", betont Dipper.
Viele der jungen Briefeschreiber wünschten sich einen Hund oder eine Katze zum Fest. "Vor allem Kinder in Großstädten sehnen sich nach einem Haustier."
Alljährlich Ende November schlüpft Dipper in die Rolle des amtlich bestellten Weihnachtsmannes. Im Hauptberuf arbeitet er für die Deutsche Post in Hamburg, wo der Presseservice sein Job ist.
Für den Dienst in der Filiale des Christkindes in Himmelpforten wird er für fast fünf Wochen von seinem Arbeitgeber freigestellt. Ihm liegen schon jetzt rund 2.000 Briefe von Kindern vor. "Täglich kommen ein paar Hundert dazu, nach dem 1. Advent sind es Tag für Tag sogar 1.000," sagt Dipper. Bis zum Heiligabend rechnet er damit, dass der Vorjahresrekord von 48.000 Briefen wieder erreicht wird.
Ideelle Wünsche in diesem Jahr selten
Seit 1961 werden in dem 5.000-Seelen-Dorf, das seinen himmlischen Namen dem früheren Kloster "Porta coeli" verdankt, schriftliche Wünsche an das Christkind, den Nikolaus oder den Weihnachtsmann beantwortet.
Ein Journalist brachte damals die Gemeindeväter auf die Idee, auf die Briefe der Kinder zu reagieren. Anfangs übernahm ein pensionierter Gemeindedirektor mit seiner Ehefrau den Versand der vorgedruckten Antwortschreiben, später ging das Ehrenamt des Weihnachtsmannes auf den Leiter des örtlichen Postamts, Hermann Bardenhagen, über.
Der heute 85-Jährige zählt immer noch zum Kreis der freiwilligen Helfer, die Adressen schreiben und den Antwortbrief eintüten. Briefmarken und Sonderstempel übernimmt die Post, die schon fertige Umschläge liefert.
Neben I-Phone, I-Pad, Laptop und Spielen für den PC wünschten sich die Kinder häufig auch Stofftiere und Puppen, berichtet Dipper. Um die Arbeit für den Weihnachtsmann zu erleichtern, haben einige der jungen Briefeschreiber ihr Geschenk aus Versandkatalogen ausgeschnitten und auf den Wunschzettel geklebt.
Rein ideelle Wünsche wie Arbeit für den Vater, einen neuen Partner für die Mutter oder Frieden in der Welt - in früheren Jahren oft vertreten - seien in diesem Jahr bisher kaum aufgetaucht, sagt Dipper. Ein älterer Mann ist verzweifelt, dass seine beiden Enkelkinder kürzlich ins Heim mussten. "Nun hofft er, dass sie zu Weihnachten wieder nach Hause dürfen."
Manchmal auch Persönliches vom Pastor
Bei seelischen Nöten reicht der pauschal formulierte Brief des Weihnachtsmann nicht mehr aus. Dann schreiben die Assistenten aus seinem Team etwas Persönliches dazu. Bei besonders schlimmen Schicksalen wenden sie sich auch schon mal an den örtlichen Pastor, der sich um die speziellen Sorgen der Einsender kümmert.
Der Glaube an die Existenz des Weihnachtsmanns ist nach wie vor groß. So schrieb der sechsjährige Dennis: "Mein Freund Mucki ist ja so doof. Der sagt nämlich, dass es Dich nicht gibt. Aber das stimmt doch gar nicht, weil ich Post von Dir gekriegt habe. Kannst Du ihm auch mal schreiben ?"
Seit einigen Jahren hat der himmlische Gabenbringer in Himmelpforten ein eigenes Domizil. In der Villa von Issendorf wurde eine Weihnachtsstube eingerichtet mit zahlreichen Weihnachtsmännern aus Holz, Stoff und Plüsch. Hier kann man auch den fleißigen Helfern beim Beantworten der Briefe über die Schulter schauen.
Vor der Villa öffnet vom 25. November bis zum 6. Dezember der Weihnachtsmarkt mit mehr als 50 Ständen. Auch der Weihnachtsmann muss mit der Zeit gehen. In Himmelpforten nimmt er Wunschzettel sogar online entgegen.
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